«Nach dem ersten Studienjahr Chemie wusste ich: Das ist es!»

christina nevado blázquez

Prof. Dr. Cristina Nevado Blázquez
Chemikerin, Organische Chemie. Ihr Forschung konzentriert sich auf komplexe chemische Synthese und neue metallorganische Reaktionen.

Laufbahn

1996 - 2000 Chemiestudium, Universidad Autónoma de Madrid, Spanien
2000 - 2004 Dissertation, Universidad Autónoma de Madrid, Spanien
2004 - 2007 Max-Planck-Institut für Kohlenforschung,
Mülheim a. d. Ruhr, Deutschland
2007-2013 Assistenzprofessorin, UZH
 seit 2013 ausserordentliche Professorin, UZH

Webseite Prof. Dr. Cristina Nevado

Forschungsthema
Cristina Nevado Blázquez untersucht Moleküle mit vielversprechenden biologischen Eigenschaften. Ihre Moleküle stammen aus dem Meer und sind in der Natur nur in winzigsten Mengen vorhanden. Im Labor untersuchen Nevado Blázquez und ihr Team die biologische Aktivität dieser Moleküle. In einem nächsten Schritt versuchen sie die Eigenschaften zu verbessern und effiziente Methoden zu entwickeln, damit die Substanz in grösseren Mengen hergestellt werden kann. Ziel der Anstrengung: Die Entwicklung neuer Medikamente, zum Beispiel gegen Tumore. Nevado-Blázquez' Augenmerk gilt u.a. der Substanz Versipelostatin. Versipelostatin stammt von einem Bakterium. Es hat sich in Tierversuchen als äusserst wirksam gegen Krebsgeschwüre erwiesen. Denn: Versipelostatin treibt Zellen in den Selbstmord. Insbesondere solche, die an Nährstoffmangel leiden. Und genau das tun die schnell wachsenden Tumorzellen. Versipelostatin wirkt – so in Tierversuchen nachgewiesen –spezifisch gegen Tumore. Es ist somit ein guter Kandidat für ein Krebsmedikament. 

 

Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?
Ich habe mich im Gymnasium mit 16 Jahren für das naturwissenschaftliche Leistungsprofil entschieden. Kunst und Literatur interessierten mich ebenfalls, aber Naturwissenschaften liebe ich. Ich hatte damals Chemielehrer, der mit Herzblut dabei war: Leidenschaft ist bekanntlich ansteckend. Also beschloss ich, Chemie zu studieren. Nach dem ersten Studienjahr wusste ich: Das ist es! Während meines ganzen Werdegangs habe ich immer den gerade vor mir liegenden Schritt ins Auge gefasst und mich darauf konzentriert: Zuerst meine Masterarbeit. Dann die Doktorarbeit und dann mein Post-Doc. Im Anschluss an mein Post-Doc habe ich meine Unterlagen bei zwei Unternehmen und der Universität Zürich eingereicht. Ich habe mich für die Universität Zürich entschlossen. 

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Chemie ist spannend, voller Wunder, sie erklärt die Welt auf dem Atomlevel – ich lerne jeden Tag dazu. Dieser kontinuierliche Lernprozess gefällt mir.

Gab es in Ihrer Karriere Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?
In den Naturwissenschaften gehören Misserfolge dazu: Man scheitert mit einer Versuchsanordnung, hat vielleicht ein Jahr Arbeit in ein Projekt investiert, das nicht richtig läuft… Da heisst es: Aufstehen, neu anfangen, weitermachen und nicht aufgeben!

Wer hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? Wer im privaten Bereich?
Unterstützung ist absolut zentral. Man braucht einen Supervisor, der an einen glaubt.

Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche?
Mein Vater und seine Art, wie er Schwierigkeiten angeht, beeindrucken mich. Er ist ein willensstarker Mensch mit grossem Durchhaltevermögen.

Wie stellen Sie Ihre Work-Life-Balance sicher?
Die Menschen ausserhalb der Arbeit sind für mich wichtig – sie helfen mir, die Balance zu halten. Mein Partner und ich stimmen deshalb unsere Karriereschritte und Auslandaufenthalte aufeinander ab. In meiner Freizeit lese ich. Ich bin ich gerne in der Natur – ich geniesse den nahen Wald hier auf dem Campus Irchel. Natur und Landschaften sind denn auch das Thema meiner Ölgemälde

Welche Tipps geben Sie einer Jungforscherin, die eine akademische Karriere ins Auge fasst, auf den Weg?
Das Wichtigste ist, dass man Freude an dem hat, was man macht. Eine akademische Karriere ist wie ein Marathon: Es braucht einen langen Atem, Durchhaltewillen und Leidenschaft. Schwierigkeiten sind vorprogrammiert – davon darf man sich nicht entmutigen lassen. Weitermachen heisst die Devise.

 

Institut für Chemie
Universität Zürich
Winterthurerstrasse 190
CH-8057 Zürich
Tel. +41 44 635 39 45
cristina.nevado@chem.uzh.ch