"Ich fasse ein Hindernis als Herausforderung auf und versuche einen Weg zu finden, es zu meinem Vorteil zu nutzen."

Florencia Canelli

Prof. Dr. Florencia Canelli
Die Hochenergie-Physik ist ihr Forschungsgebiet: Florencia Canelli stammt ursprünglich aus Paraguay und ist seit 2012 an der MNF als ausserordentliche Professorin ad personam tätig.

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Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?
Florencia Canelli (FC): Bereits als Kind war ich von Naturwissenschaften fasziniert: Am neugierigsten machten mich Fragen nach der Beschaffenheit des Universums. Ich hatte keine Ahnung, worum es in einer wissenschaftlichen Karriere in Physik gehen würde. Aber mein Interesse an der Frage, wie das Universum aufgebaut ist, wie es funktioniert, war stark genug, um mich durch das Studium zu tragen. 

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
FC: Das Highlight meiner Arbeit ist es, zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis, die es vorher noch nicht gegeben hat - von der allerersten Idee bis hin zur Publikation des Resultats – zu gelangen. Zudem gefällt mir die Interaktion mit anderen Wissenschaftlern. Im Gegensatz zu dem, was viele Leute denken mögen, ist wissenschaftliches Arbeiten in einem naturwissenschaftlichen Kontext stets ein sehr sozialer Prozess.

Gab es in Ihrer Karriere Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?
FC: Manchmal sind die Resultate, die man gerne hätte, nicht das, was die Natur vorsieht. Oder manchmal ist es so, dass die eigene Arbeit nicht zuerst publiziert wird. Solche Dinge könnten enttäuschend sein, aber ich empfinde sie nicht als Misserfolg. Solche Situationen versuche ich als Möglichkeit zu sehen, meine experimentellen Ansätze und mein Denken zu schärfen.

Wer hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? Wer im privaten Bereich?
FC: Während meiner Karriere hatte ich das Glück, von vielen Leuten unterstützt zu werden. Meine PHD und Postdoc Advisors führten mich durch die einzelnen Etappen der  mir bis anhin unbekannten akademischen Karriere.

Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche?
FC: Ich hatte keine konkreten Vorbilder, vielmehr habe ich mich von vielen Leute und deren Qualitäten beeinflussen lassen.

Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?
FC: Es war für mich nie einfach eine Work-Life-Balance zu haben: Es gab Zeiten in meiner Laufbahn,  da war die Arbeit mein Leben und Leben ohne Arbeit existierte nicht. Jetzt, da ich Kinder habe, ist es für mich einfacher ein Leben ausserhalb der Arbeit zu haben.

Welche Tipps geben Sie Jungforschenden, die eine akademische Karriere ins Auge fassen, auf den Weg?
FC: Eine akademische Karriere ist etwas ausgesprochen Befriedigendes: Man ist in der komfortablen Lage, das zu tun, was man am liebsten macht. Eine akademische Karriere ist aber auch sehr anspruchsvoll – kein "9-to-5-Job". Und es kann nötig werden, persönliche Opfer zu erbringen. Man ist viel auf Reisen und auch immer wieder am Umsiedeln. Aber man erhält auch die Gelegenheit, verschiedene Ideen und Menschen kennenzulernen und junge Leute auszubilden.


Kontakt:
Universität Zürich
Physik Institut
Winterthurerstrasse 190
CH-8057 Zurich

Tel: + 41 44 635 57 84
E-Mail canelli (at) physik.uzh.ch