Geographisches Institut wird globales Zentrum für Biodiversitätsforschung

Biodiversität

Das Geographische Institut wird globales Zentrum für Biodiversitätsforschung. Ab 2017 übernimmt es die internationale Koordinationsstelle «bioDISCOVERY». 

Nach längeren Verhandlungen mit dem globalen Wissenschaftsnetzwerk FutureEarth gelang es der UZH, das International Project Office von «bioDISCOVERY» nach Zürich zu holen. FutureEarth ist eine internationale Forschungsplattform, die sich auf globaler Ebene für die Erhaltung der Lebensgrundlagen einsetzt. Die Organisation erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen zur Umsetzung der Klima- und Biodiversitätskonvention sowie der Ziele für nachhaltige Entwicklung. «bioDISCOVERY» selbst arbeitet eng mit der Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) zusammen. Diese übernimmt als Weltbiodiversitätsrat seit 2012 ähnliche Aufgaben für die Biodiversitätskonvention wie der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) für die Klimakonvention. Damit wird die UZH zu einem globalen Hotspot für die inter- und transdiziplinäre Biodiversitäts-Forschung.

«Dank den erstklassigen und interdisziplinär angelegten Arbeiten innerhalb des Universitären Forschungsschwerpunkts ‹Globaler Wandel und Biodiversität› gelang es der UZH, das prestigeträchtige Büro von ‹bioDISCOVERY› zu übernehmen, das zuvor in Paris beheimatet war», zeigt sich Michael Schaepman, einer der drei Co-Direktoren und Professor für Fernerkundung am Geografischen Institut, erfreut. Übereinstimmend mit den Zielen von «bioDISCOVERY» erforschen an der UZH Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaftler aus zwei Fakultäten und fünf Instituten die Zusammenhänge zwischen dem Biodiversitätsverlust und den globalen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft.

Weltweite Koordination von Forschungsarbeiten zur Artenvielfalt

«bioDISCOVERY» koordiniert weltweit Forschungsarbeiten in drei Schwerpunktbereichen: Biodiversitätsassessments sollen gestärkt, die Beobachtungen und das Verständnis von Veränderungen der Artenvielfalt verbessert sowie die Prognose zukünftiger Entwicklungen optimiert werden. Dabei soll aber nicht nur die Forschung, sondern auch die globale Politik im Bereich Biodiversität vorangebracht werden. «Forschungsergebnisse in gesellschaftsrelevante Fragen einzubetten, indem sich Wissenschaft und Politik stärker verbinden, ist ein sehr wichtiger transdiziplinärer Bestandteil unseres Universitären Forschungsschwerpunkts», sagt Co-Direktor Bernhard Schmid, Biodiversitätsexperte am Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften.

Im gleichen Institut arbeitet die dritte Person des Leitungsteams vom Forschungsschwerpunkt Globaler Wandel und Biodiversität: Owen Petchey. Sein Spezialgebiet sind die Auswirkungen globaler Umweltveränderungen auf die Artenvielfalt und die mathematische Modellierung von Biodiversitätsveränderungen. Gemäss Petchey trägt der UZH-Forschungsschwerpunkt zentral zu den vier Kernaktivitäten von «bioDISCOVERY» bei. So sollen bestehende Datenbanken zu globalen Sammlungen ausgeweitet werden, die die wesentlichen Merkmale von Organismen aus Meeres-, Süsswasser- und terrestrischen Gebieten beinhalten. Weiter sollen die nachhaltige Nutzung von Ressourcen, beispielsweise in Waldökosystemen, optimiert sowie die Beobachtung und Erforschung gefährdeter Ökosysteme wie die Permafrost-dominierte Tundra, der tropische Regenwald oder Korallenriffe verfeinert werden. Zudem sollen Szenarien und Modelle weiterentwickelt werden, um die Biodiversitätsveränderungen von Ökosystemen unterschiedlicher Gebiete über die Zeit hinweg zu vergleichen.

«Dank der ‹bioDISCOVERY›-Koordinationsstelle, die von Cornelia Krug an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik geführt wird, avanciert die UZH zu einer Referenzhochschule im Bereich Biodiversität», resümiert Michael Schaepman.

Calista Fischer

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