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25.02.2011 20:28 Alter: 1 year

Karakorum Highway

Kategorie: Tiziana Gees

Von: Tiziana Gees

Zwei aufregende Tage auf dem gefährlichsten Highway der Welt, aber dafür im wunderschönen Pakistan

Sandsturm am KKH; (c) Alexander Groos

Heute Morgen bin ich mit drei Kolleginnen nach Basel gereist, um an einem „Step into action“-Event der Organisation EUFORIA (Europeans United For Informed Action) teilzunehmen. In einem früheren Blog habe ich schon das Young Explorers Program vorgestellt, und genau das konnten wir in Basel den Schülern eines Gymnasiums näher bringen. Neben mir waren noch Luana anwesend, die im April Mike Horn zum magnetischen Nordpol begleiten wird, Michelle, die in Malaysia war und Tirza, welche an der Mongolei-Expedition teilgenommen hatte. Wir hatten also einiges zu erzählen und versuchten, die Jugendlichen für das Projekt zu begeistern.

Im letzten August ist in den UZH-News ein Artikel über die Expedition veröffentlicht worden, den man hier nachlesen kann.

Wie jedes Mal, wenn ich das Projekt jemandem vorstelle, kommen mir viele schöne Erinnerungen. Den Rückweg von Skardu nach Islamabad sind wir mit einem Reisebus gefahren. Die Fahrt über den berühmten Karakorum Highway dauerte zwei Tage, von denen wir am ersten Tag 9 Stunden und am zweiten Tag 17 Stunden gefahren sind. Da ich mir irgendwelche Parasiten eingefangen habe, durfte ich auf dem Platz neben der Türe sitzen, damit ich in einem Notfall einfach „Stopp“ rufen und schnell raus rennen konnte. Kurz nach Skardu hat sich der Indus auf der breiten Talebene ausgebreitet und bot einen wunderschönen Anblick, als sich die Sonne glitzernd darin spiegelte. An den Hängen sah man die paradiesartigen Dörfer, die mit den saftig grünen Wiesen im Kontrast zu den trockenen braunen Berghängen standen. Einer unserer französischen Bergführer kletterte während der Fahrt aus dem Fenster aufs Dach unseres Reisebusses und vergnügte sich den Rest der Fahrt dort oben. Gerne hätte ich es ihm nachgemacht, aber mein Gesundheitszustand liess höchstens ganz langsame Bewegungen zu. Als es mir am nächsten Tag besser ging, kamen wir aber an mehreren Kontrollposten vorbei, und da hätte eine junge Frau auf dem Dach wohl keinen guten Eindruck gemacht.

Irgendwann haben wir in der Ferne den Nanga Parbat erblickt, den neunthöchsten Berg der Erde. Auf unserem Gletschertrekking haben wir schon den K2, die Gasherbrum-Gruppe und Broad Peak gesehen, also auch noch andere Achttausender. Solch majestätische Berge zu erblicken ist ein unbeschreibliches Erlebnis!

Nach dem Mittagessen am ersten Tag erlebten wir einen Sandsturm! Auf der gegenüberliegenden Talseite konnte man beobachten, wie der Wind den abgelagerten Sand unter einer Klippe herauf sog und über die Ebene transportierte. Irgendwann hat unser Fahrer die Strasse nicht mehr gesehen, also hielten wir an und konnten beobachten, wie sich Strassenarbeiter in unserer Nähe Kartonschachteln über den Kopf stülpten. Die Fenster waren nicht dicht, und so rieselte dauernd Sand herein.

Der pakistanische Fahrer liebte indische Musik. Auf seinem mp3 Player waren aber höchstens 10 Lieder, und die liefen jetzt also ununterbrochen. Am zweiten Tag hielten wir es kaum mehr aus, und so beschlossen einige, am Laptop unseres Technikers eine andere Playlist zusammenzustellen. Allerdings war ihre Auswahl (Mamma Mia, Summer of 69, Lemon Tree etc.) mit der Zeit noch unerträglicher, und so war dann der allgemeine Wunsch, wieder auf indische Lieder umzustellen. Reisen in Pakistan ist ein ausserordentlich spezielles Erlebnis, ich kann es kaum erwarten, wieder in dieses schöne Land zurückzukehren!

 


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