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		<title>News from the Faculty of Science</title>
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			<title>News from the Faculty of Science</title>
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		<lastBuildDate>Thu, 23 May 2013 11:05:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Trockenheit bringt Borneos Bäume gleichzeitig zum Blühen</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/05/article/trockenheit-bringt-borneos-baeume-gleichzeitig-zum.html</link>
			<description>Eine Trockenperiode lässt die Bäume in Borneos Tropenwälder gleichzeitig erblühen....</description>
			<content:encoded><![CDATA[Tropische Pflanzen blühen in unregelmässigen, überjährigen Intervallen. Für Borneos und andere tropische Wälder ist zudem das Massenblühen typisch: hunderte von verschiedenen Pflanzenarten der Familie der hohen Zweiflügelfruchtbäume (Dipterocarpen) blühen gleichzeitig. Dieses Phänomen ist umso rätselhafter, als die Temperaturen und Tageslänge in Äquatornähe über das ganze Jahr relativ konstant sind. Bislang vermutete man, dass mehrwöchige Trockenperioden das Massenblühen in Borneos Wäldern auslösen könnten. Empirische Daten sowie Genanalysen dazu fehlten aber. Nun identifizierte ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Evolutionsbiologen der Universität Zürich zwei Gene, die das Blühen eines tropischen Laubbaumes der Art Shorea beccariana auslösen. Nach Trockenperioden weisen die zwei Gene <em>SbFT</em> und <em>SbSVP</em> unmittelbar vor der Blüte eine stark veränderte Transkription auf. Die Forschenden können die Blühfunktion dieser zwei Gene zudem an gentechnisch veränderten Arabidopsis Pflanzen nachweisen. 
<strong>Vierwöchige Trockenheit löst Blüte aus<br /></strong>Zusammen mit Kollegen sammelten der Doktorand Masaki Kobayashi und sein Betreuer Professor Kentaro Shimizu Knospenproben eines Shorea-beccariana-Baumes – sechsmal während zweier Jahre kurz vor der Blüte. Anschliessend lasen sie das Genom des Probenmaterials mittels eines Sequenzierungsverfahrens der nächsten Generation (next generation sequencing) ab. Kobayashi und Shimizu identifizierten dabei 98 Gene, die für das Blühen des Baumes relevant sind – darunter die Gene <em>SbFT</em> und <em>SbSVP</em>, die im Anschluss einer Trockenperiode und kurz vor der Blüte anders transkribiert wurden. Die Wissenschaftler kombinierten anschliessend ihre genetischen Resultate mit den meteorologischen Daten der Region. Das Fazit von Kobayashi: «Die Blüte des Shorea beccariana wird durch eine vierwöchige Trockenheit in Kombination mit höheren Saccharose-Werten ausgelöst.»
<strong>Gene zeigen Massenblühen an<br /></strong>Klimaveränderungen werden die Häufigkeit von Trockenperioden verändern und damit voraussichtlich auch die Häufigkeit des Massenblühens. Umweltschutz und Wiederaufforstung waren bis anhin durch die unregelmässigen und somit schwer vorhersagbaren Intervalle des Massenblühens stark erschwert. Man wusste nie, wann man die dazu benötigten Samen sammeln konnte. Die nun identifizierten Gene zeigen ein unmittelbar bevorstehendes Massenblühen an. «Eine gezielte Überwachung der Genaktivität kann ein bevorstehendes Massenblühen anzeigen», so Kobayashi. Somit lässt sich das Einsammeln von Samen koordinieren und Biodiversitäts- und Konservierungsprogramme können stark verbessert werden. Welche Wechselwirkungen sich dabei ergeben, erforschen Kentaro Shimizu und Kollegen weiter im neugeschaffenen Forschungsschwerpunkt «Globaler Wandel und Biodiversität» der Universität Zürich. 
Diese interdisziplinäre Forschung wurde im Rahmen verschiedener Projekte unterstützt, u.a. vom Universitären Forschungsschwerpunkt Globaler Wandel und Biodiversität, von Systembiologie/Funktionelle Genomik und SystemsX.ch. 
<strong>Literatur: <br /></strong>Masaki J. Kobayashi, Yayoi Takeuchi, Tanaka Kenta, Tomonori Kume, Bibian Diway, Kentaro K. Shimizu. Mass flowering of tropical tree Shorea beccariana was preceded by expression changes in flowering and drought responsive genes. Molecular Ecology. May 8, 2013. doi: 10.1111/mec.12344 
<strong>Kontakt:<br /></strong>Prof. Kentaro K. Shimizu<br />Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften<br />Universität Zürich<br />Tel. +41 44 635 67 40 oder 49 70<br />E-Mail: <link kentaro.shimizu@ieu.uzh.ch>kentaro.shimizu@ieu.uzh.ch</link><br /><br /><br /><em>(Text: Dr. Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte MNF)</em>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Thu, 23 May 2013 10:32:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>14 nah verwandte Krokodile existierten vor rund 5 Millionen Jahren</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/05/article/14-nah-verwandte-krokodile-existierten-vor-rund-5.html</link>
			<description>Vierzehn Krokodilarten lebten vor rund fünf Millionen Jahren in Südamerika. Mindestens sieben davon...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Am meisten unterschiedliche Krokodilarten zählt man heute im Norden Südamerikas und in Südostasien: bis zu sechs Arten von Alligatoren und vier echte Krokodile existieren, wobei nie mehr als zwei oder drei gleichzeitig nebeneinander leben. Ganz anders war das während der Zeit vor neun bis etwa fünf Millionen Jahren, als insgesamt vierzehn verschiedene Krokodilarten lebten und mindestens sieben davon gleichzeitig den selben Raum besetzten, wie ein internationales Team unter Leitung der Paläontologen Marcelo Sánchez und Torsten Scheyer von der Universität Zürich<br />zeigen konnte. Die Deltas des Amazonas’ und des Urumacos’, ein heute inexistenter Fluss am Golf von Venezuela, wiesen eine später nie mehr erreichte Fülle an verschiedensten, hochspezialisierten Krokodilarten auf.<br /><br /><strong>Zwei neue fossile Krokodilarten entdeckt<br /></strong>Bei ihren Untersuchungen des aus dem Miozän stammenden fossilen rokodilbestandes im Urumaco-Gebiet entdeckten die Wissenschaftler zwei neue Krokodilarten: Den Globidentosuchus brachyrostris, der zur Familie der Kaimane gehörte und kugelförmige Zähne besass, und Crocodylus falconensis, ein Krokodil, von dem die Forscher vermuten, dass es deutlich über vier Meter lang wurde. Wie Sánchez und sein Team nachweisen, sind im venezolanischen Fossilbestand alle<br />Familien der heute weltweit noch existierenden Krokodilartigen vertreten: Die Crocodylidae, die sogenannt echten Krokodile; die Alligatoridae, zu denen neben den echten Alligatoren auch die Kaimane zählen, sowie die durch ihre extrem lange, dünne Schnauze charakterisierten Gaviale, die heute nur noch in Südostasien existieren.<br /><br />Aufgrund der sehr unterschiedlichen Kieferformen sind die Forscher überzeugt, dass sich dieverschiedenen Krokodilarten hochspezialisiert ernährten: Mit ihrer spitzen, engen Schnauze werden sich die fossilen Gaviale von Fischen ernährt haben. «Gaviale besetzten im Habitat jene Nische, die nach ihrem Aussterben von den Delfinen besetzt wurde», vermutet Sánchez. Globidentosuchus brachyrostris dürfte mit seinen kugeligen Zähnen dagegen auf Muscheln, Schnecken oder Krebse<br />spezialisiert gewesen sein. Riesenkrokodile, die bis zu zwölf Meter lang waren, ernährten sich dagegen von Schildkröten und Riesennagern, sowie kleineren Krokodilen. Dazu Torsten Scheyer: «In Südamerika gab es damals keine Raubtiere, die drei Meter lange Schildkröten oder Riesennager hätten zur Strecke bringen können. Die Riesenkrokodile besetzten genau diese Nische.»<br /><br /><strong>Hebung der Andenkette führte zum Aussterben<br /></strong>Die ungewöhnliche Artenvielfalt in den Küsten- und Brackwasserbereichen von Urumaco und Amazonas endete vor ca. fünf Millionen Jahren: Sämtliche Krokodilarten starben aus. Ursache für das Aussterben der Krokodile waren aber nicht Temperatur- oder Klimaänderungen – die Temperaturen in der Karibik blieben am Übergang vom Miozän zum Pliozän stabil. Verantwortlich für das Aussterben aller Krokodilarten war vielmehr ein tektonisches Ereignis: «Die Hebung der Anden<br />veränderte die Flussläufe. So entwässert der Amazonas heute bekanntlich nicht mehr in die Karibik, sondern in den wesentlich kühleren Atlantik», erklärt Sánchez. Mit der Zerstörung des Habitats entstand eine völlig neue Fauna, die man heute aus den Orinoco- und Amazonas-Gebieten kennt. Im früheren Urumaco-Gebiet dagegen herrscht seit dem Versiegen des Urumacos ein sehr trockenes Klima.<br /><br /><strong>Literatur:<br /></strong>T. M. Scheyer, O. A. Aguilera, M. Delfino, D. C. Fortier, A. A. Carlini, R. Sánchez, J. D. Carrillo-<br />Briceño, L. Quiroz, and M. R. Sánchez-Villagra. Crocodylian diversity peak and extinction in the late<br />Cenozoic of the northern Neotropics. Nature Communications. May 21, 2013.<br />doi:10.1038/ncomms2940I:<br /><br /><strong>Kontakt:<br /></strong>Prof. Marcelo Sánchez-Villagra<br />Paläontologisches Institut und Museum<br />Universität Zürich<br />Tel. +41 44 634 23 42<br />E-Mail: <link m.sanchez@pim.uzh.ch>m.sanchez@pim.uzh.ch</link><br /><br />Dr. Torsten Scheyer<br />Paläontologisches Institut und Museum<br />Universität Zürich<br />Tel. +41 44 634 23 22<br />E-Mail: <link tscheyer@pim.uzh.ch>tscheyer@pim.uzh.ch</link><br /><br /><em>(Text: Dr. Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte MNF)</em>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Wed, 22 May 2013 11:47:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>StuRa spricht sich in Vorwahl für Michael Hengartner als neuen Rektor aus</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/05/article/stura-spricht-sich-in-vorwahl-fuer-michael-hengart.html</link>
			<description>Gemäss seiner Medienmitteilung hat sich der StuRa in der Vorwahl mit grosser Mehrheit für...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Gemäss seiner Medienmitteilung hat sich der StuRa in der Vorwahl mit&nbsp;grosser Mehrheit für Michael Hengartner als neuen Rektor ausgesprochen: Laut NZZ Campus Berichterstattung stimmten 34 Vertretende&nbsp; für Michael Hengartner, Dekan der MNF, 7 für Andrea Schenker-Wicki, Prorektorin Rechts- und Geisteswissenschaften. 17 StuRa-Mitglieder enthielten sich der Stimme. Der StuRa kritisiert in seiner Medienmitteilung das Wahlverfahren des Rektors als wenig transparent, da die abschliessende Wahl des Rektors durch den Universitätsrat nicht öffentlich erfolge. Der Senat wird am 29. Mai wählen.&nbsp;Im Senat verfügt&nbsp;der StuRa über 3 Prozent der Stimmen.<br /><br />StuRa Medienmitteilung: <link http://vsuzh.ch/de/der-stura-zur-wahl-des-rektorats/#more-248109>http://vsuzh.ch/de/der-stura-zur-wahl-des-rektorats/#more-248109</link><br />NZZ Campus:<link http://campus.nzz.ch/politik/was-aus-das-rektor-werden-soll>http://campus.nzz.ch/politik/was-aus-das-rektor-werden-soll</link>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/News-Archive.html" title="News-Archiv">News-Archiv</a></category>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Thu, 16 May 2013 10:21:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>MNF-Fachvereine wollen Rektor, der zuhört und sich für die Studierenden einsetzt</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/04/article/mnf-fachvereine-wollen-rektor-der-zuhoert-und-sic.html</link>
			<description>Mit einer ungewöhnlichen Aktion setzen sich die Fachvereine der MNF, die Interessengemenschaft...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Wer vor einigen Tagen über den Campus Irchel ging, wurde Zeuge einer mit Sicherheit noch nie gesehenen Aktion im Zusammenhang mit Rektorwahlen: Eine Gruppe von Studierenden bzw. die Präsidentinnen und Präsidenten der Fachvereine an der MNF machen sich für die Wahl von Dekan Michael O. Hengartner als Rektor stark. Zu den unterstützenden Organisationen gehören auch die IGI (Interessensgemeinschaft Irchel) und die Science Alumni UZH.<br /><br />Auf die Frage, weshalb sie die Wahl von&nbsp;Prof. Hengartner als neuen Rektor der UZH unterstütze, meint Agneta Braun, Präsidentin des Fachvereins Biologie: &quot;Wir Studierenden vertrauen ihm. Er nimmt sich viel Zeit für uns und hört sehr genau zu. Mit Michael Hengartner als Rektor wird sich die Kommunikation innerhalb der UZH und zwischen den Fakultäten verbessern. Dank seiner internationalen Erfahrung wird er die Vernetzung mit anderen Universitäten intensivieren.&quot;&nbsp;Auch Fabian Jenny, Doktorand bei Prof. Konrad Basler und Präsident der Science Alumni UZH, hält eine Wahl von Hengartner für einen grossen Gewinn:&quot;Sein Leistungausweis ist herausragend: Nachwuchsförderung, Bildungspolitik, Gleichstellung und exzellente Forschung. In all diesen Bereichen hat Michael Hengartner nachhaltige Projekte verwirklicht und unterstützt. Deshalb ist er für mich die beste Wahl.&quot; Dieser Meinung ist auch Servan Grüninger von der IGI: &quot;Wir sind überzeugt, dass Michael Hengartner als Rektor nahtlos an sein bisheriges Engagement anknüpfen wird und sich auch in Zukunft für einen für die Studierenden attraktiven und qualitativ hochstehenen Universitätsstandort Zürich einsetzt.
]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 10:28:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wild lebende Mäuse mit natürlichem Schutz gegen Borreliose</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/04/article/wild-lebende-maeuse-mit-natuerlichem-schutz-gegen.html</link>
			<description>Wie Menschen infizieren sich Mäuse mit Borrelien. Doch nicht alle Mäuse, die mit diesen Bakterien...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Frühjahrszeit ist Zeckenzeit. Die Borreliose ist die häufigste zeckenübertragene Krankheit in der Schweiz: Rund 10‘000 Menschen infizieren sich jährlich mit dem Krankheitserreger. Der eigentliche Wirt von Borrelien sind jedoch wildlebende Mäuse; gleich wie beim Menschen wird auch bei Mäusen der Erreger durch Zecken übertragen. Interessanterweise sind nicht alle Mäuse gleich anfällig auf das Bakterium, einzelne Tiere sind immun gegen den Erreger. Wissenschaftler der Universitäten Zürich und Lund zeigen unter der Leitung der Evolutionsbiologin Barbara Tschirren, dass die unterschiedliche Anfälligkeit der Tiere genetisch bedingt ist.
<strong>Schützende Genvariante<br /></strong>Tschirren und Kollegen untersuchten in einer gross angelegten Feldstudie wildlebende Mäuse auf eine Infektion mit Borrelien. Borrelia afzelii, so der wissenschaftliche Name des Bakteriums, nährt sich aus dem Mäuseblut. Die Forscher stellten fest, dass Mäuse, die eine bestimmte Variante des Antigen-Rezeptors TLR2 aufweisen, rund dreimal weniger anfällig auf Borrelien waren. Dazu Tschirren: «Das Immunsystem von Mäusen mit dieser Rezeptorvariante erkennt den Erreger besser und kann schneller eine Immunantwort geben, um die Borrelien frühzeitig zu vernichten.» Infizierte Mäuse haben unter Laborbedingungen ähnliche Krankheitssymptome wie Menschen – insbesondere Gelenkbeschwerden. In der freien Natur überleben infizierte Mäuse daher vermutlich nicht lange, geschwächte Tiere fallen innerhalb kurzer Zeit Füchsen und Raubvögeln zum Opfer. 
<strong>Wettrüsten zwischen Mäusen und Borrelien<br /></strong>Die schützende Genvariante ist vorteilhaft für ihre Träger und setzt sich gemäss den Forschern langsam in der Mäusepopulation durch. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass eines Tages sämtliche Mäuse gegen Borrelien resistent sein werden. «Die zunehmende Resistenz beim Wirt wird auf jeden Fall zu Anpassungen bei den Borrelien führen», prognostiziert Evolutionsbiologin Tschirren,&nbsp; «durch das Hochrüsten zwischen den Mäusen und dem Erreger können wir die evolutionäre Anpassung beobachten.» 
Auch Menschen haben den Antigen-Rezeptor TLR2, doch die bei den Mäusen beobachtete resistente Genvariante kommt nicht vor. Ob das evolutionäre Wettrüsten zwischen Mäusen und Borrelien für Menschen Konsequenzen haben wird, ist ungewiss. Gemäss Tschirren muss das Bakterium für den Menschen nicht zwingend aggressiver werden. 
<strong>Literatur:</strong> <br />Barbara Tschirren, Martin Andersson, Kristin Scherman, Helena Westerdahl, Peer R. E. Mittl, and Lars Råberg. Polymorphisms at the innate immune receptor TLR2 are associated with Borrelia infection in a wild rodent population. Proceedings of the Royal Society B, 20130364. April 3 , 2013. doi: 10.1098/rspb.2013.0364
<strong>Kontakt:<br /></strong>Prof. Barbara Tschirren<br />Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften<br />Universität Zürich<br />Tel. +41 44 635 47 77<br />E-Mail <link barbara.tschirren@ieu.uzh.ch>barbara.tschirren@ieu.uzh.ch</link><br /><br /><em>(Text Dr. Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte MNF)</em>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 10:35:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Der Pflasterzahnsaurier ist ein Europäer</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/04/article/der-pflasterzahnsaurier-ist-ein-europaeer.html</link>
			<description>Pflasterzahnsaurier gehörten zu den ersten Meeresreptilien. Mit ihren typischen Knackzähnen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Während rund 50 Millionen Jahren besiedelten Pflasterzahnsaurier die flachen, küstennahen Regionen des Tethys-Meeres. Auffälligstes Merkmal der Placodonten, wie diese Saurier auch genannt werden, war ihr Gebiss: Ihr Oberkiefer besass im Gaumen und auf dem Kieferknochen je eine Reihe plattenförmiger Zähne, während der Unterkiefer nur eine Zahnreihe aufwies – Zähne, ideal um Muscheln und Krustentiere zu zerbeissen.
Die Entstehung dieser Pflasterzahnsaurier war bis anhin nicht schlüssig geklärt. Ein neuer Fund aus einer 246 Millionen Jahre alten Sedimentschicht beleuchtet nun den Ursprung und die stammesgeschichtliche Entwicklung der Placodonten. Wie das schweizerisch-deutsche Team unter der Leitung von Torsten Scheyer, Paläontologe an der Universität Zürich zeigt, handelt es sich beim Schädelfund aus Winterswijk (NL) um die ursprünglichste Form aller bekannten Pflasterzahnsaurier. Das Jungtier lebte vor 246 Millionen Jahren. Sein rund zwei Zentimeter grosser Schädel ist sehr gut erhalten, und seine Merkmale heben ihn von den bisher bekannten Placodonten ab.&nbsp; 
<strong>Doppelte Zahnreihe mit spitzen Zähnen<br /></strong>Die bislang bekannten ursprünglichsten Placodonten besitzen die für die Gruppe charakteristische Doppelbezahnung im Oberkiefer und haben kugelförmige Zähne. Die namengebenden plattenförmigen Zähne treten erst bei den voll entwickelten Pflasterzahnsauriern auf. «Das Winterswijker-Exemplar hat im Unterschied zu allem bisher Bekannten keine plattenförmigen oder kugeligen Knackzähne, sondern eher kegelförmige, spitze Zähne», erläutert Scheyer den Befund, «so dass beim Zubeissen die spitzen Zähne des Unterkiefers präzise in den Raum zwischen Gaumen- und Oberkieferknochenzähnen griffen.»
Dass es sich beim neuen Fund tatsächlich um einen Placodonten handelt, belegt die für die Gruppe typische doppelte Zahnreihe im Oberkiefer. Gemäss den Forschern war das Gebiss von <em>Palatodonta bleekeri</em>, so der wissenschaftliche Name des Winterswijk-Exemplars, darauf spezialisiert, weiche Beutetiere fest zu halten und zu durchdringen. Dazu Scheyer: «Die Doppelbezahnung des Fundes kombiniert mit seinem hohen Alter lassen den Schluss zu, dass es sich um einen sehr ursprünglichen Placodonten handelt, aus dem sich dann die späteren Formen entwickelt haben.» Die Ausbildung der Knackzähne und die Spezialisierung auf eine Ernährung aus Muscheln und Krustentiere erfolgten folglich innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Pflasterzahnsaurier.
<strong>Entstehung in Europa sichergestellt</strong>&nbsp; <br />Der kleine <em>Palatodonta bleekeri</em>-Schädel wirft ein neues Licht auf die Debatte um das Entstehungsgebiet der Pflasterzahnsaurier: Die bisherigen Funde liessen sowohl eine Entstehung in den Schelfmeergebieten des heutigen Chinas als auch in Europa zu. Aufgrund des hohen Alters des niederländischen Fundes und seiner ursprünglichen Form gilt jetzt die europäische Entstehung der Pflasterzahnsaurier als gesichert. Scheyer und Kollegen hoffen auf weitere spannende Funde aus Winterswijk, um die Entwicklungsgeschichte der Placodonten weiter voran zu treiben.
<strong>Literatur:</strong> <br />James M. Neenan, Nicole Klein, Torsten M. Scheyer. European origin of placodont marine reptiles and the evolution of crushing dentition in Placodontia. Nature Communications. March 27, 2013. doi: 10.1038/ncomms2633
<strong>Kontakt:<br /></strong>Dr. Torsten M. Scheyer<br />Paläontologisches Institut und Museum<br />Universität Zürich<br />Tel. +41 44 635 23 22<br />E-Mail: <link tscheyer@pim.uzh.ch>tscheyer@pim.uzh.ch</link>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 15:17:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Neu an der MNF: Prof. Dr. Arpat Ozgul</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/03/article/neu-an-der-mnf-prof-dr-arpat-ozgul.html</link>
			<description>Arpat Ozgul forscht in den Bereichen Populationsökologie und Biodemographie. Seit einigen Monaten...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>&quot;Für eine Forschungskarriere braucht es die Neugierde eines Kindes.&quot; Arpat Ozgul</strong>
<em>Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?</em><br /><strong>Arpat Ozgul</strong>: Ich habe wie viele andere in der Türkei einen Bachelor in Business Administration gemacht, realisierte aber bald, dass mich mit Ausnahme mathematischer und statistischer Aspekte die Betriebswirtschaft nicht wirklich interessierte. Des Risikos der Arbeitslosigkeit bewusst, entschied ich mich, meiner wahren Leidenschaft, der Wildtierforschung, nachzugehen. Ich wechselte die Studienrichtung und begann eine Laufbahn als Ökologe.
<em>Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?<br /></em><strong>AO:</strong> Ich liebe die Kombination meiner beiden Leidenschaften, Tiere und Mathematik: Tiere in freier Wildbahn zu beobachten, Hypothesen aufzustellen, wie Tiere miteinander sowie mit ihrer Umwelt interagieren, und diese Hypothesen anhand statistischer und mathematischer Modelle zu testen.
<em>Gab es in Ihrer Karriere Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?<br /></em><strong>AO:</strong> Jeder Schritt war mit Anstrengungen verbunden. Rückblickend hat meine Neugierde die Natur zu verstehen, jedoch immer die Oberhand behalten.
<em>Wer hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? Wer im privaten Bereich?<br /></em><strong>AO:</strong> Geprägt haben mich meine Eltern, die beide Geologen sind; sie nahmen mich stets mit ins Feld. Ich nutzte diese herrliche Zeit draussen immer zur Beobachtung der Natur ganz allgemein, speziell aber der Tierwelt. Ich lernte von meinen Eltern die Grundprinzipien des „Hinterfragens“ der Natur.&nbsp;Als ich mich entschied die Studienrichtung zu wechseln, war ihre Unterstützung von unschätzbarem Wert. 
<em>Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche?<br /></em><strong>AO:</strong> Mein Doktorvater, Madan Oli von der Universität Florida, war mit seiner wissenschaftlichen Neugierde und der selbstlosen Hingabe zur Förderung seiner Studenten eine zentrale Figur in meiner Karriere. Ich möchte meine Studenten ebenso gut betreuen wie er.
<em>Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?<br /></em><strong>AO:</strong> Ich bin oft draussen aktiv, sei es am Wandern, Laufen, Klettern oder Höhlenerkunden; seit kurzem versuche ich mich zudem im Wintersport. In ruhigeren Momenten widme ich mich der Tierfotografie. Mehrere meiner Bilder zieren die Titelseiten wissenschaftlicher Zeitschriften.
<em>Welche Tipps geben Sie Jungforschenden, die eine akademische Karriere ins Auge fassen, auf den Weg?<br /></em><strong>AO: </strong>Für eine erfolgreiche Forschungskarriere braucht es die Neugierde eines Kindes. Befriedigen Sie diese Neugierde mit neuen, aufregenden Fragestellungen. Legen Sie hin und wieder die Scheuklappen ab und interagieren Sie so oft wie möglich mit Wissenschaftern aus anderen Forschungsgebieten.
<strong>Kontakt:<br /></strong>Universität Zürich <br />Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften<br />Winterthurerstrasse 190<br />CH-8057 Zürich
Tel. +41 44 635 47 46<br />E-Mail: <link arpat.ozgul@ieu.uzh.ch>arpat.ozgul@ieu.uzh.ch</link>
<em>(Interview Dr. Calista Fischer)</em>


]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 08:24:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Neu an der UZH: Hirnforscher Sebastian Jessberger</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/03/article/neu-an-der-uzh-hirnforscher-sebastian-jessberger.html</link>
			<description>Sebastian Jessberger ist Doppelprofessor an der Medizinischen und an der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>&quot;Forschung und Lehre sind kein Job, sondern eine Leidenschaft.&quot; </strong><strong>Sebastian Jessberger<br /><br /></strong><em>Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?<br /></em><strong>Sebastian Jessberger:</strong> Von meiner Ausbildung her bin ich Mediziner. Ursprünglich plante ich, dass ich nach meinem Postdoc in den USA zurück in die klinische Arbeit gehen würde. Die Forschung hat mir dann aber so viel Spass gemacht, dass ich mich entschieden habe, full time in der Forschung zu bleiben.
<em>Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?<br /></em><strong>SJ:</strong> Der tägliche Versuch, biologische Vorgänge zu verstehen oder neue Dinge zu entdecken. Ausserdem geniesse und schätze ich die Freiheit, welche die Gesellschaft uns Forschenden gewährt.<br /><br /><em>Gab es in Ihrer Karriere Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?<br /></em><strong>SJ:</strong> Eigentliche Durststrecken erlebte ich nicht. Misserfolge dagegen kenne ich sehr wohl, z.B. wenn Paper nicht akzeptiert werden, Forschungsanträge nicht genehmigt werden, und natürlich Experimente nicht klappen. Als Neurobiologe bewegt man sich in einem schwer planbaren und hoch kompetitiven Feld. <br /><br /><em>Wer hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? Wer im privaten Bereich?<br /></em><strong>SJ:</strong> Meine Frau, sie ist Neurologin und arbeitet als Oberärztin am Universitätsspital, und ich unterstützen uns gegenseitig. Beruflich erhielt ich wichtige Impulse von meinen Mentoren Prof. Fred H. Gage – einer der renommiertesten Wissenschaftler im Bereich Stammzellforschung und eine überaus faszinierende Persönlichkeit - und Prof. Gerd Kempermann, bei dem ich Berlin gearbeitet habe <br /><br /><em>Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche?<br /></em><strong>SJ:</strong> Mein Vater ist Physiker und das akademische Umfeld, in dem er und meine Mutter sich bewegen, hat mich schon immer fasziniert,. Als Forscher ist für mich Fred Gage ein Vorbild: Er hat sich seinen Enthusiasmus und seine Neugierde bewahrt.
<em>Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?<br /></em><strong>SJ: </strong>Die Wochenenden gehören, wenn immer möglich, der Familie für gemeinsame Ausflüge und Unternehmungen. <br /><br /><em>Welche Tipps geben Sie Jungforschenden, die eine akademische Karriere ins Auge fassen, auf den Weg?<br /></em><strong>SJ:</strong> Halten Sie sich möglichst viele Optionen lange offen. Versuchen Sie es nur, wenn Sie wirklich Spass an der Forschung haben. Und ja: Forschung und Lehre an einer Hochschule sind kein Job, sondern eine Leidenschaft.
<strong>Kontakt:<br /></strong>Universität Zürich<br />Institut für Hirnforschung<br />Winterthurerstrasse 190<br />CH-8057 Zürich
Tel. +41 44 635 33 70<br />E-Mail: <link jessberger@hifo.uzh.ch>jessberger@hifo.uzh.ch</link>

(Interview Dr. Calista Fischer)]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Thu, 07 Mar 2013 09:38:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Neu an der MNF: Prof. Dr. Michael Griesser</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/02/article/neu-an-der-mnf-prof-dr-michael-griesser.html</link>
			<description>Michael Griesser ist Zoologe und forscht seit einigen Monaten an der MNF der UZH. Er untersucht das...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<i><span lang="DE">&quot;Alles ist interessant, wenn man genügend motiviert ist.&quot; - Michael Griesser</span></i>
<em>Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?<br /></em><strong>Michael Griesser:</strong><strong></strong> Mir ist wichtig, dass sich die Wissenschaft nicht im Elfenbeinturm verschanzt und den Dialog mit der Gesellschaft sucht. Aus diesem Grund engagiere ich mich neben der Forschung in einem Spin-off, der Firmen in deren Arbeit mit sozialer Verantwortung und nachhaltiger Entwicklung gemäß dem ISO 26‘000-Leitfaden berät, d.h. der Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung als Unternehmen. <br /><br /><em>Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?<br /></em><strong>MG:</strong> Die Kombination von Feldforschung und intellektueller Arbeit im Büro zusammen mit inspirierenden Kolleginnen und Kollegen empfinde ich als ungemein stimulierend und befriedigend.<br /><br /><em>Gab es in Ihrer Karriere Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?<br /></em><strong>MG:</strong> Ich wuchs in einem Bauerndorf auf und interessierte mich schon sehr früh für Vögel - Vögel sind die am einfachsten zu beobachtenden Wildtiere. Allerdings hatte ich einige schulische Hürden zu überwinden: Ich war in die Realschule, d.h. in die heutige Sekundarstufe B, eingeteilt worden – nicht die richtige schulische Voraussetzung, um Vögel zu studieren. Als ich dies begriffen hatte, machte ich mich an die Arbeit: Ich absolvierte die Aufnahmeprüfung für die Sekundarschule und später jene fürs Gymnasium. <br /><br /><em>Wer hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? Wer im privaten Bereich?<br /></em><strong>MG:</strong> Die stärkste Unterstützung habe ich durch «Peer Mentoring» erhalten: Von Peers kann man sehr viel lernen und auch sehr viel bekommen.<br /><br /><em>Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche?<br /></em><strong>MG</strong>: Mich beeindrucken Wissenschaftler mit einem weiten Interessenspektrum, Universalgelehrte wie z.B. Goethe, die thematisch sehr breit aufgestellt sind. <br /><br /><em>Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?<br /></em><strong>MG:</strong> Die Feldforschung ist eine willkommene Bereicherung und Abwechslung zu meinem Alltag am Computer. Ich treibe aber auch regelmässig Sport, v.a. Konditionstraining und Yoga.<br /><br /><em>Welche Tipps geben Sie jungen Forschenden, die eine akademische Karriere ins Auge fassen, auf den Weg?<br /></em><strong>MG:</strong> Das Arbeitsklima, in welchem man tätig ist, ist sehr entscheidend: Umgeben Sie sich mit kooperativen Leuten, die Ihnen gegenüber eine positive Grundhaltung einnehmen und nutzen Sie die so entstehenden Synergien.
<strong>Kontakt:<br /></strong>Universität Zürich <br />Anthropologisches Institut und Museum <br />Winterthurerstrasse 190<br />CH-8057 Zürich
Tel. +41 44 635 54 23<br />E-Mail: <link michael.griesser@uzh.ch>michael.griesser@uzh.ch</link><br /><br /><em>(Interview Dr. Calista Fischer)</em>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Mon, 25 Feb 2013 09:10:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Vielzelligkeit bei Cyanobakterien als Ursache für grösstes Klimaereignis der Erdgeschichte </title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/01/article/vielzelligkeit-bei-cyanobakterien-als-ursache-fuer.html</link>
			<description>Morphologische Veränderungen bei Bakterien können Ereignisse von globalen Ausmassen auslösen....</description>
			<content:encoded><![CDATA[Cyanobakterien gehören zu den ältesten Organismen auf unserem Planeten. Sie kommen auch heute noch in Ozeanen, Gewässern und selbst in heissen Quellen vor. Cyanobakterien produzieren Sauerstoff und spielten damit und durch die Entwicklung der Vielzelligkeit eine Schlüsselrolle für die Entstehung von Sauerstoff atmenden Organismen. Dies konnte ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung von Evolutionsbiologen der Universität Zürich nachweisen. Gemäss ihren Untersuchungen entwickelten Cyanobakterien die Vielzelligkeit rund eine Milliarde Jahre früher als dies bei Eukaryoten, Zellen mit Zellkern, der Fall war. Wie die Forscher in ihrer soeben in den Proceedings of the National Academic of Sciences veröffentlichten Arbeit darlegen, scheint die Ausbildung der Vielzelligkeit der Cyanobakterien einer Auslöser für die Anreicherung von freiem Sauerstoff in den Ozeanen und der Erdatmosphäre gewesen zu sein.
<strong>Vielzelligkeit bereits vor 2,3 Milliarden Jahren</strong>&nbsp;&nbsp; <br />Für ihre Fragestellung&nbsp; führten die Wissenschaftler genetische Untersuchungen an rezenten Cyanobakterien durch und analysierten deren Stammesgeschichte und Evolutionsraten. Diese Erkenntnisse kombinierten sie mit Daten von fossilen Cyanobakterien. Anhand ihrer Studie können Bettina Schirrmeister und Kollegen Belege für die Wissenschaftstheorie beibringen, dass Cyanobakterien tatsächlich bereits vor 2,5 Milliarden Jahren entstanden waren. « Vielzelligkeit entstand relativ früh in der Geschichte der Cyanobakterien, nämlich vor etwa 2,3 Milliarden Jahren», erläutert Schirrmeister, ihre an der Universität Zürich entstandene Doktorarbeit. Gemäss den neuen Resultaten entstand Vielzelligkeit somit wesentlich früher, als bisher angenommen wurde.
<strong>Sauerstoffanstieg in Ozeanen und Erdatmosphäre<br /></strong>Wie die Wissenschaftler zeigen können, entstand die Vielzelligkeit chronologisch kurz vor dem Anstieg von freiem Sauerstoff in den Ozeanen und der Atmosphäre. Die Akkumulation von freiem Sauerstoff wird als «Great Oxidation Event» bzw. als «grosse Sauerstoff-Katastrophe» bezeichnet und gilt als erdgeschichtlich folgenreichstes Klimaereignis (siehe Kasten). Aufgrund ihrer Daten vermuten Schirrmeister und ihr Doktorvater Homayoun Bagheri einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Entstehen der Vielzelligkeit und dem «Great Oxidation Event». Gemäss Bagheri ist bei vielzelligen Lebewesen der Stoffwechsel oftmals effizienter als bei einzelligen. Die Forscher stellen daher die These auf, dass die neue entstandene Vielzelligkeit der Cyanobakterien eine Rolle bei der Auslösung des «Great Oxidation Events» gespielt haben.<br />&nbsp;<br /><strong>Cyanobakterien&nbsp;besetzen frei gewordene Nischen</strong>&nbsp;<br />Die gesteigerte Sauerstoffproduktion führte zum Kippen der ursprünglichen Erdatmosphäre. Da Sauerstoff für viele anaeroben Organismen giftig ist,&nbsp; wurden viele anaerobe Bakterienarten verdrängt und ökologische Nischen frei. Die Forscher stellen im Anschluss an den «Great Oxidation Event» bei Cyanobakterien eine hohe Entstehungsrate von neuen Arten fest und gehen davon aus, dass diese die die frei gewordenen Lebensräume besetzten. «Morphologische Änderungen bei Kleinstlebewesen wie Bakterien waren in der Lage, die Umwelt grundlegend und in kaum vorstellbaren Mass zu beeinflussen», fasst Schirrmeister die Auswirkungen der Entstehung der Vielzelligkeit bei Cyanobakterien zusammen.
<br /><br /><strong>Literatur:<br /></strong>Bettina E. Schirrmeister, Jurriaan M. de Vos, Alexandre Antonelli, Homayoun C. Bagheri, Evolution of multicellularity coincided with increased diversification of cyanobacteria and the Great Oxidation Event, PNAS Early Edition, DOI: 10:1072/pnas.1209927110/-/DCSupplemental.
<br /><strong>Kontakt:<br /></strong>Dr. Bettina Schirrmeister<br />School of Earth Sciences<br />University of Bristol<br />Wills Memorial Building<br />Queens Road<br />Bristol BS8 1RJ<br />Great Britain<br />Tel. +44 117 3315239<br />E-Mail <link bettina.schirrmeister@bristol.ac.uk>bettina.schirrmeister@bristol.ac.uk</link>
Dr. Homayoun Bagheri<br />Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften<br />Universität Zürich<br />Winterthurerstr. 190<br />8057 Zürich<br />Tel. +41 44 635 66 23<br />E-Mail <link homayoun.bagheri@ieu.uzh.ch>homayoun.bagheri@ieu.uzh.ch</link><br /><br /><em>Der «Great Oxidation Event» bzw. die «grosse Sauerstoff-Katastrophe»<br />In der Ur-Atmosphäre der Erde war freier Sauerstoff&nbsp; (O<sub>2</sub>) nur in Spuren vorhanden. Alles Leben beruhte ausschliesslich auf anaeroben Prozessen - chemischen Vorgängen, die ohne Sauerstoff ablaufen. Mit der Entstehung der Cyanobakterien, die mit Hilfe von Licht Wasser oxidieren und als Stoffwechselprodukt Sauerstoff ausscheiden, begannen sich die Lebensbedingungen auf der Erde allmählich zu verändern. Anfänglich wurde der von Cyanobakterien produzierte freie Sauerstoff durch oxidierbare Elemente wie z.B. Eisen chemisch gebunden. Als «Great Oxidation Event» bzw. als «grosse Sauerstoff-Katastrophe» wird der Zeitpunkt vor rund 2,3 Milliarden Jahren bezeichnet, als neu entstandener Sauerstoff nicht mehr chemisch gebunden werden konnte und sich als O<sub>2</sub> im Meerwasser und in der Atmosphäre anzureichern begann.<br /><br />(Text: Dr. Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte MNF)</em>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/archiv/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 08:27:00 +0100</pubDate>
			
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