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		<title>News from the Faculty of Science</title>
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			<title>News from the Faculty of Science</title>
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		<lastBuildDate>Thu, 16 May 2013 11:45:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Meeresspiegel: Ein Drittel seines Anstiegs kommt von schmelzenden Gebirgsgletschern</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/05/article/meeresspiegel-ein-drittel-seines-anstiegs-kommt-v.html</link>
			<description>Gut 99 Prozent des gesamten Eises an Land ist in den riesigen Eisschilden der Antarktis und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Wieviel alle Gletscher zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen, wurde noch nie so genau bestimmt wie jetzt. Eine internationale Forschungsgruppe, darunter zwei Geographen der Universität Zürich, bestätigt: schmelzende Gletscher verursachten in den Jahren 2003 bis 2009 rund einen Drittel des beobachteten Meeresspiegelanstiegs, während je ein Drittel von den Eisschilden und der thermischen Ausdehnung des Meerwassers stammen. Bisherige Schätzungen zum Beitrag der Gletscher gingen weit auseinander. Nun haben 16 Wissenschaftler aus neun Ländern die Daten aus traditionellen Messungen am Boden mit Satellitendaten der NASA-Missionen ICESat (Ice, Cloud and land Elevation Satellite) und GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment) verglichen. 
In Kombination mit einem erstmals weltweit verfügbaren Gletscherinventar konnten die Forscher die Massenänderungen der Gletscher in allen Regionen der Erde viel genauer als bisher bestimmen. «Die traditionell angewandten Extrapolationen von lokalen Feldmessungen auf grosse Regionen und ganze Gebirgszüge überschätzen manchmal den Eisverlust», erklärt UZH-Geograf Frank Paul die Erkenntnisse aus den Satellitenmessungen. Und sein Forscherkollege Tobias Bolch ergänzt: «Uns sind die Schwächen der beiden Satellitenmethoden durchaus bewusst. In stark vergletscherten Gebieten stimmen die mit diesen Methoden erzielten Ergebnisse aber gut überein. Mit dem nun getesteten und angewandten Verfahren sind wir einen grossen Schritt weiter, um die Massenänderungen von Gletschern genauer bestimmen zu können.»
<strong>Frühere Schätzungen sollten korrigiert werden</strong> <br />Die Ergebnisse zeigen, dass fast alle vergletscherten Regionen in den Jahren 2003 bis 2009 an Masse verloren haben, am deutlichsten jene in der kanadischen Arktis, in Alaska, entlang der Küste Grönlands, in den südlichen Anden und im Himalaya. Im Gegensatz dazu haben die Gletscher der Antarktis – kleinere Eismassen, die nicht mit dem Eisschild verbunden sind – in diesem Zeitraum wenig zum Anstieg des Meeresspiegels beigetragen. Dieser Befund weicht deutlich von bisherigen Schätzungen ab, wonach die antarktischen Gletscher in den Jahren 1961 bis 2004 rund 30 Prozent des globalen Eisverlustes von Gletschern verursachten. «Allerdings sind hier weder die Zeiträume noch die Datenbasis direkt vergleichbar», ergänzt Bolch, «man sollte diesbezüglich also noch keine voreiligen Schlüsse ziehen.»
Die in «Science» publizierten Resultate haben wichtige Konsequenzen für vergangene Untersuchungen: «Frühere globale Schätzungen über den Beitrag von Gletschern zum Meeresspiegelanstieg sollten noch einmal überarbeitet werden», empfehlen Bolch und Paul abschliessend.
<strong>Literatur: </strong><br />Alex S. Gardner, Geir Moholdt, J. Graham Cogley, Bert Wouters, Anthony A. Arendt, John Wahr, Etienne Bertier, Regine Hock, W. Tad Pfeffer, Georg Kaser, Stefan R. M. Ligtenberg, Tobias Bolch, Martin J. Sharp, Jon Ove Hagen, Michiel R. van den Broeke, Frank Paul. A Reconciled Estimate of Glacier Contributions to Sea Level Rise: 2003 to 2009. Science. May 17, 2013. Doi: 10.1126/science.1234532
<br /><strong>Kontakt:<br /></strong>Dr. Tobias Bolch <br />Geographisches Institut<br />Universität Zürich<br />Tel. +41 44 635 52 36&nbsp;&nbsp; <br />E-Mail: <link tobias.bolch@geo.uzh.ch>tobias.bolch@geo.uzh.ch</link><br /><br /><br /><strong>Hintergrund</strong><br />Während GRACE die Änderungen im Schwerefeld der Erde bestimmt und deshalb nur mittlere Werte über grosse Regionen, hunderte von Kilometern in der Ausdehnung, mit intensiver Verglet-scherung ermitteln kann, ist ICESat mit Lasern ausgestattet, die den Abstand zur Erdoberfläche entlang von vorgegebenen Pfaden, alle 170 Meter mit einer Auflösung von 70 Metern, aufzeichnen.
Die UZH-Geografen Tobias Bolch und Frank Paul steuerten für die Studie wichtige Grundlagendaten bei: digitale Gletscherumrisse für das globale Gletscherinventar aus verschiedenen Regionen der Welt, wo es zuvor noch keine präzisen Daten gab. Zum Beispiel für Alaska, Baffin Island, Grön-land, Alpen, Hochasien inklusive Himalaya sowie eigene Berechnungen zum Massenverlust in Grönland und in Hochasien.]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/Geography.html" title="Geographie">Geographie</a></category>
			
			
			<pubDate>Thu, 16 May 2013 11:35:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Beste Laune am Campus Irchel Frühlingsfest</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/05/article/beste-laune-am-campus-irchel-fruehlingsfest.html</link>
			<description>Am 14. Mai, bei strahlendstem Frühlingswetter, wurde das Campus Irchel Frühlingsfest erstmals mit...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Am 14. Mai, bei strahlendstem Frühlingswetter, wurde das Campus Irchel Frühlingsfest erstmals mit verbreiteter Trägerschaft durchgeführt: Mitglieder von&nbsp;Atomoi, BIUZ, FvM, Geoteam und die Interessengemeinschaft Irchel IGI betreuten den Zuckerwattestand, den Hau-den-Lukas, den 8-er Töggeli-Fussballkasten und brieten professionell Würste. Auch auf&nbsp;Besucherseite herrschte beste Festlaune: Viele Dozierende und Studierende entschlossen sich spontan, ihr Abendessen am Frühlingsfest einzunehmen. ]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/Geography.html" title="Geographie">Geographie</a></category>
			
			
			<pubDate>Thu, 16 May 2013 10:38:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>StuRa spricht sich in Vorwahl für Michael Hengartner als neuen Rektor aus</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/05/article/stura-spricht-sich-in-vorwahl-fuer-michael-hengart.html</link>
			<description>Gemäss seiner Medienmitteilung hat sich der StuRa in der Vorwahl mit grosser Mehrheit für...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Gemäss seiner Medienmitteilung hat sich der StuRa in der Vorwahl mit&nbsp;grosser Mehrheit für Michael Hengartner als neuen Rektor ausgesprochen: Laut NZZ Campus Berichterstattung stimmten 34 Vertretende&nbsp; für Michael Hengartner, Dekan der MNF, 7 für Andrea Schenker-Wicki, Prorektorin Rechts- und Geisteswissenschaften. 17 StuRa-Mitglieder enthielten sich der Stimme. Der StuRa kritisiert in seiner Medienmitteilung das Wahlverfahren des Rektors als wenig transparent, da die abschliessende Wahl des Rektors durch den Universitätsrat nicht öffentlich erfolge. Der Senat wird am 29. Mai wählen.&nbsp;Im Senat verfügt&nbsp;der StuRa über 3 Prozent der Stimmen.<br /><br />StuRa Medienmitteilung: <link http://vsuzh.ch/de/der-stura-zur-wahl-des-rektorats/#more-248109>http://vsuzh.ch/de/der-stura-zur-wahl-des-rektorats/#more-248109</link><br />NZZ Campus:<link http://campus.nzz.ch/politik/was-aus-das-rektor-werden-soll>http://campus.nzz.ch/politik/was-aus-das-rektor-werden-soll</link>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/News-Archive.html" title="News-Archiv">News-Archiv</a></category>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Thu, 16 May 2013 10:21:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Neu an der MNF: Prof. Paul-Olivier Dehaye</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/04/article/neu-an-der-mnf-prof-paul-olivier-dehaye.html</link>
			<description>Für SNF-Förderprofessor Paul-Olivier Dehaye war schon als kleiner Junge klar gewesen, dass er...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>&quot;Ideen lassen sich nicht erzwingen.&quot; Paul-Olivier Dehaye<br /></strong><br /><em>Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?</em><br /><strong>Paul-Olivier Dehaye (POD):</strong> Ich habe Mathematik immer schon geliebt und nie etwas anderes in Betracht gezogen. Es war für mich immer klar, dass ich Mathematiker werde.
<em>Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?<br /></em><strong>POD:</strong> Der Augenblick, wenn ich ein mathematisches Problem verstehe, wenn die einzelnen Teile anfangen zusammenzukommen, und ich beginne von der Lösung des Problem ein Konzept zu haben, ist extrem aufregend und befriedigend. Das sind wahrhaft grossartige Momente. Der Rest ist Arbeit.
<em>Gab es in Ihrer Karriere Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?<br /></em><strong>POD:</strong> In der Mathematik erlebt man permanent Misserfolge und steht naturgemäss dauernd vor&nbsp; Hindernissen. Alles, was man in solchen Situation tun kann, ist weitermachen. Und ja, es hilft, wenn man an mehreren Dingen gleichzeitig arbeitet: Ideen lassen sich nicht erzwingen. Wenn ich also an einem Problem im Moment nicht weiterkomme, kann ich in anderen Bereichen sehr produktiv sein, z.B. indem ich eine Gesuch oder einen Report schreibe. Auf diese Weise vergeude ich keine Zeit. 
<em>Wer hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? Wer im privaten Bereich?<br /></em><strong>POD:</strong> Viele, viele Menschen hatten mich unterstützt. Speziell meine Familie und meine Freunde hatten stets bedingungsloses Vertrauen in mich – sie hatten oft grösseres Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten als ich selbst. Für sie waren meine Karriereschritte&nbsp;einfach nur&nbsp;selbstverständlich. 
<em>Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche?<br /></em><strong>POD: </strong>Nein, auf jeden Fall keine einzelne Person. Aber es gibt viele Menschen, die ich für die Breite ihres Wissens bewundere. Sie mögen&nbsp;fünfzig oder&nbsp;sechzig Jahre alt sein, und sie sind weit davon entfernt, es in der Mathematik gemütlicher zu nehmen. Einige dieser Mathematiker fangen sogar an, völlig neue Themen erfolgreich zu bearbeiten. Ich kenne einen Mathematiker, der über achtzig Jahre alt ist und immer noch hochstehende Mathematik betreibt.&nbsp; 
<em>Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?<br /></em><strong>POD:</strong>&nbsp;Mit der Geburt unserer Tochter vor einigen Wochen ist meine Work-Life-Balance definitiv etwas aus der Balance geraten. Ich versuche momentan nur während der offiziellen Bürozeiten zu arbeiten, um so oft als möglich mit meiner Partnerin und meinem Kind zu sein. Seit ich in der Schweiz lebe, liebe ich Wintersport, speziell Snowboarding – das ist es doch, wozu die Berge da sind, nicht wahr?
<em>Welche Tipps geben Sie Jungforschenden, die eine akademische Karriere ins Auge fassen, auf den Weg?<br /></em><strong>POD:</strong> Nun, meine Antwort hängt ganz klar von dem Studenten, der Studentin ab, der bzw. die die Frage stellt. Generell denke ich, dass der Übergang von der Doktoratsstufe zum Postdoc die anspruchsvollste und unsicherste Phase in der Karriere ist. Diese Phase entzieht sich der eigenen Kontrolle. Aus diesem Grund sollte man die wissenschaftlichen Reaktionen auf seine Papers sehr genau beurteilen. Und ja: Die Vorstellung von ungünstigen Szenarien übersteigt die tatsächliche Realität bei weitem.
<strong>Kontakt:<br /></strong>Universität Zürich<br />Institut für Mathematik<br />Winterthurerstr. 190<br />CH-8057 Zürich
Tel: +41 44 635 58 46<br />E-Mail:paul-olivier.dehaye@math.uzh.ch <br /><br /><br /><em>(Interview: Dr. Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte MNF, UZH)</em>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/Mathematics.html" title="Mathematik">Mathematik</a></category>
			
			
			<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 12:06:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>MNF-Fachvereine wollen Rektor, der zuhört und sich für die Studierenden einsetzt</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/04/article/mnf-fachvereine-wollen-rektor-der-zuhoert-und-sic.html</link>
			<description>Mit einer ungewöhnlichen Aktion setzen sich die Fachvereine der MNF, die Interessengemenschaft...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Wer vor einigen Tagen über den Campus Irchel ging, wurde Zeuge einer mit Sicherheit noch nie gesehenen Aktion im Zusammenhang mit Rektorwahlen: Eine Gruppe von Studierenden bzw. die Präsidentinnen und Präsidenten der Fachvereine an der MNF machen sich für die Wahl von Dekan Michael O. Hengartner als Rektor stark. Zu den unterstützenden Organisationen gehören auch die IGI (Interessensgemeinschaft Irchel) und die Science Alumni UZH.<br /><br />Auf die Frage, weshalb sie die Wahl von&nbsp;Prof. Hengartner als neuen Rektor der UZH unterstütze, meint Agneta Braun, Präsidentin des Fachvereins Biologie: &quot;Wir Studierenden vertrauen ihm. Er nimmt sich viel Zeit für uns und hört sehr genau zu. Mit Michael Hengartner als Rektor wird sich die Kommunikation innerhalb der UZH und zwischen den Fakultäten verbessern. Dank seiner internationalen Erfahrung wird er die Vernetzung mit anderen Universitäten intensivieren.&quot;&nbsp;Auch Fabian Jenny, Doktorand bei Prof. Konrad Basler und Präsident der Science Alumni UZH, hält eine Wahl von Hengartner für einen grossen Gewinn:&quot;Sein Leistungausweis ist herausragend: Nachwuchsförderung, Bildungspolitik, Gleichstellung und exzellente Forschung. In all diesen Bereichen hat Michael Hengartner nachhaltige Projekte verwirklicht und unterstützt. Deshalb ist er für mich die beste Wahl.&quot; Dieser Meinung ist auch Servan Grüninger von der IGI: &quot;Wir sind überzeugt, dass Michael Hengartner als Rektor nahtlos an sein bisheriges Engagement anknüpfen wird und sich auch in Zukunft für einen für die Studierenden attraktiven und qualitativ hochstehenen Universitätsstandort Zürich einsetzt.
]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 10:28:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Neu an der MNF: Prof. Madhavi Krishnan</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/04/article/neu-an-der-mnf-prof-madhavi-krishnan.html</link>
			<description>Die SNF-Förderprofessorin Madhavi Krishnan hat in Chennai studiert und kam über Stationen in den...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>&quot;Es gibt keine allgemeingütigen Rezepte.&quot; Madhavi Krishnan</strong>
<em>Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?</em><br /><strong>Madhavi Krishnan (MK):</strong>Diese Frage hat sich mir nie gestellt: Seit ich mich erinnern kann, habe ich experimentiert, getüftelt und gebastelt. Mit zehn Jahren hatte ich ein eigenes Labor, das die Hälfte meines Kinderzimmers einnahm. 
<em>Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?<br /></em><strong>MK: </strong>Mich fasziniert der gesamte Forschungsprozess: Von der Fragestellung, d.h. der Ursprungsidee, über den Prozess, ob und wie die gestellte Frage experimentell und technisch überhaupt zu beantworten ist. Es braucht die Bereitschaft, auf die Natur hören und ihre Rückmeldungen verstehen zu wollen, wenn ein Experiment nicht das&nbsp;erwartete Resultat liefert.
<em>Gab es in Ihrer Karriere Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?</em><strong>MK: </strong>Ich wollte immer forschen und hatte stets das Glück, dass ich immer selbst entscheiden konnte, welche Fragestellungen ich bearbeiten wollte. Ich setzte mir auch nie strategische Ziele, sondern verliess mich ausschliesslich auf meine wissenschaftliche Neugier – mein Interesse leitete mich, was manchmal ein enormes objektives Risiko mit sich brachte.<br /><br /><em>Wer hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? Wer im privaten Bereich?<br /></em><strong>MK:</strong> Ich habe das riesige Glück, dass mich mein wissenschaftliches Umfeld entlang meines akademischen Weges beispielslos unterstützte. Mein Zuhause war durch besondere Eltern geprägt, die mir eine niemals enden wollende Quelle an Inspiration und Diskussionen waren: Meine Mutter, Chefredakteurin und Herausgeberin eines bedeutenden Verlages, versorgte mich stets mit jeglicher Form von Literatur, in die ich mich vertiefen konnte, und sie richtete mir ein eigenes Labor in meinem Kinderzimmer ein. Mein Vater, ein Architekt, half mir bei meinen Experimenten und gab mir fast unmerklich die Grundzüge meines wissenschaftlichen Denkens mit auf den Weg.<br /><br /><em>Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche?<br /></em><strong>MK: </strong>Schon früh während meiner Gymnasialzeit hatte ich das grosse Glück viel Zeit mit einer der wohl einflussreichsten Persoenlichkeit meines akademischen Werdegangs zu verbringen. Durch meine Mutter lernte ich einen Mathematik Universitätsprofessor kennen, der sich meiner ausserschulischen mathematischen Weiterbildung annahm und mich auch weit fachübergreifend bildete. Er war ein ausgesprochen bescheidener, hoch gebildeter und feingeistiger Mensch. Viele seiner Weisheiten prägen mich noch heute unter denen die wohl wertvollste die Wahrung meiner geistigen Unabhängigkeit sein dürfte.<br /><br /><em>Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?<br /></em><strong>MK: </strong>Im Moment baue ich mein Labor und meine Forschungsgruppe an der UZH auf. Da bleibt eigentlich keine freie Zeit. <br /><br /><em>Welche Tipps geben Sie Jungforschenden, die eine akademische Karriere ins Auge fassen, auf den Weg?<br /></em><strong>MK:</strong> Es gibt keine allgemeingültigen Rezepte für eine Karriere an der Akademie. Forschung ist eine Berufung, kein Job. Machen Sie es, wenn Sie es lieben – es gibt keinen anderen Grund, Forschung zu betreiben.
<strong>Kontakt</strong>:<br />Universität Zürich<br />Physikalisch-chemisches Institut<br />Winterthurerstrasse 190<br />CH-8057 Zürich
Tel. +41 44 63 54465<br />E-Mail <link madhavi.krishnan@uzh.ch>madhavi.krishnan@uzh.ch</link><br /><br /><br /><em>(Interview Dr. Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte MNF)</em>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/Chemistry.html" title="Chemie">Chemie</a></category>
			
			
			<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 09:20:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Blick auf die Welt erklärt 90 Prozent der Vegetationsveränderung </title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/04/article/blick-auf-die-welt-erklaert-90-prozent-der-vegetat.html</link>
			<description>In den vergangenen dreissig Jahren hat sich die Vegetation weltweit deutlich verändert. Unklar war...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Klima steuert die saisonale Aktivität der Vegetation; der Mensch beeinflusst sie. In den feuchten Mittelbreiten ist die Temperatur der grösste Einflussfaktor für das Pflanzenwachstum, in überwiegend trockenen Gebieten ist es die Verfügbarkeit von Wasser und in den hohen Breiten die Sonneneinstrahlung. Unbestritten greift auch der Mensch verändernd in das Ökosystem ein. Seit den 80-er Jahren erfassen Satelliten, wie sich die Vegetation auf der Erdoberfläche verändert. So nahm innerhalb der letzten dreissig Jahre die Aktivität der Vegetation auf der Nordhalbkugel zu, während sie auf der Südhalbkugel sank. Bislang konnte nicht quantifiziert werden, in welchem Mass das Klima, der Mensch oder eine Kombination beider Faktoren dafür verantwortlich waren. 
Nun hat ein interdisziplinäres Team um die Geographen Rogier de Jong, Michael Schaepman und den Mathematiker Reinhard Furrer von der Universität Zürich mit niederländischen Kollegen ein Modell entwickelt, das die Einflüsse des Menschen und des Klimas auf die Vegetation separat darstellen kann. Sie nutzten dafür Satellitendaten der letzten 30 Jahre zur Vegetationszunahme bzw. -abnahme, Klimamessungen und Modelle sowie Daten zur Art der Landbedeckung. Die Wissenschaftler zeigen, dass ungefähr 54 Prozent der Veränderungen der globalen Vegetationsaktivität auf das Klima zurückgeführt werden können. 
<strong>Mehr als 30 Prozent der Veränderungen durch Menschen verursacht&nbsp;</strong> <br />«Der grosse Rest der Veränderungen, insgesamt mehr als dreissig Prozent, ist durch Menschen verursacht worden», erläutert Rogier de Jong, Postdoktorand an den Remote Sensing Laboratories (RSL) der Universität Zürich. Die Vegetationsaktivität nahm vor allem südlich der Sahelzone deutlich ab, beispielsweise in Tansania, Zimbabwe und im Kongo. «Wir nehmen an, dass dort Rodungen, eine Umwandlung von Regenwald in Plantagen oder generell Änderungen in der Landwirtschaft die Ursache waren», erklärt Rogier de Jong. Rund zehn Prozent können weder durch Klimadaten noch durch menschliche Aktivität vollständig erklärt werden. Dazu Michael Schaepman, Leiter der RSL: «Wir vermuten, dass es sich dabei um unerklärte Effekte der Wechselwirkungen zwischen Mensch und Klima handelt.» 
Michael Schaepman und sein Team werden nun diese Wechselwirkungen im neugeschaffenen Forschungsschwerpunkt «Globaler Wandel und Biodiversität» der Universität Zürich weiter erforschen. 
<strong>Literatur:<br /></strong>de Jong, R., Schaepman, M.E., Furrer, R., de Bruin, S., &amp; Verburg, P. (2013). Spatial Relationship between Climatologies and Changes in Global Vegetation Activity. Global Change Biology, <link http://dx.doi.org/10.1111/gcb.12193>http://dx.doi.org/10.1111/gcb.12193</link> 
de Jong, R., Verbesselt, J., Zeileis, A., &amp; Schaepman, M.E. (2013). Shifts in Global Vegetation Activity Trends. Remote Sensing, (5) (3), 1117-1133, <link http://dx.doi.org/10.3390/rs5031117>http://dx.doi.org/10.3390/rs5031117</link> 
<strong>Kontakt:<br /></strong>Prof. Dr. Michael Schaepman<br />Geographisches Institut<br />Remote Sensing Laboratories<br />Universität Zürich<br />Tel. +41 44 635 51 60<br />E-Mail: <link michael.schaepman@geo.uzh.ch - mail "Opens window for sending email">michael.schaepman@geo.uzh.ch</link>
Dr. Rogier de Jong<br />Geographisches Institut<br />Universität Zürich<br />Remote Sensing Laboratories<br />Tel. +41 44 635 51 62<br />E-Mail: <link rogier.dejong@geo.uzh.ch>rogier.dejong@geo.uzh.ch</link><br /><br /><strong>Universitärer Forschungsschwerpunkt «Globaler Wandel und </strong>Biodiversität»Universitärer Forschungsschwerpunkt «Globaler Wandel und Biodiversität» <link http://www.uzh.ch/research/priorityprograms/university/2013.html>http://www.uzh.ch/research/priorityprograms/university/2013.html</link>
]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/Geography.html" title="Geographie">Geographie</a></category>
			
			
			<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 08:33:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Neu an der MNF: Prof. Florencia Canelli</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/04/article/neu-an-der-mnf-prof-florencia-canelli.html</link>
			<description>Die Hochenergie-Physik ist ihr Forschungsgebiet: Florencia Canelli stammt ursprünglich aus Paraguay...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>&quot;Ich fasse ein Hindernis als Herausforderung auf und versuche einen Weg zu finden,&nbsp;es zu meinem Vorteil zu nutzen.&quot; Florencia Canelli, Teilchenphysikerin<br /></strong><br /><em>Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?<br /></em><strong>Florencia Canelli (FC):</strong> Bereits als Kind war ich von Naturwissenschaften fasziniert: Am neugierigsten machten mich Fragen nach der Beschaffenheit des Universums. Ich hatte keine Ahnung, worum es in einer wissenschaftlichen Karriere in Physik gehen würde. Aber mein Interesse an der Frage, wie das Universum aufgebaut ist, wie es funktioniert, war stark genug, um mich durch das Studium zu tragen.&nbsp; <br /><br /><em>Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?<br /></em><strong>FC:</strong> Das Highlight meiner Arbeit ist es, zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis, die es vorher noch nicht gegeben hat - von der allerersten Idee bis hin zur Publikation des Resultats – zu gelangen. Zudem gefällt mir die Interaktion mit anderen Wissenschaftlern. Im Gegensatz zu dem, was viele Leute denken mögen, ist wissenschaftliches Arbeiten in einem naturwissenschaftlichen Kontext stets ein sehr sozialer Prozess.<br /><br /><em>Gab es in Ihrer Karriere Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?<br /></em><strong>FC:</strong> Manchmal sind die Resultate, die man gerne hätte, nicht das, was die Natur vorsieht. Oder manchmal ist es so, dass die eigene Arbeit nicht zuerst publiziert wird. Solche Dinge könnten enttäuschend sein, aber ich empfinde sie nicht als Misserfolg. Solche Situationen versuche ich als Möglichkeit zu sehen, meine experimentellen Ansätze und mein Denken zu schärfen.
<em>Wer hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? Wer im privaten Bereich?<br /></em><strong>FC:</strong> Während meiner Karriere hatte ich das Glück, von vielen Leuten unterstützt zu werden. Meine PHD und Postdoc Advisors führten mich durch die einzelnen Etappen der&nbsp; mir bis anhin unbekannten akademischen Karriere.
<em>Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche? <br /></em><strong>FC:</strong> Ich hatte keine konkreten Vorbilder, vielmehr habe ich mich von vielen Leute und deren Qualitäten beeinflussen lassen.<br /><br />Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?<br /><strong>FC:</strong> Es war für mich nie einfach eine Work-Life-Balance zu haben: Es gab Zeiten in meiner Laufbahn,&nbsp; da war die Arbeit mein Leben und Leben ohne Arbeit existierte nicht. Jetzt, da ich Kinder habe, ist es für mich einfacher ein Leben ausserhalb der Arbeit zu haben.
<em>Welche Tipps geben Sie Jungforschenden, die eine akademische Karriere ins Auge fassen, auf den Weg?<br /></em><strong>FC:</strong> Eine akademische Karriere ist etwas ausgesprochen Befriedigendes: Man ist in der komfortablen Lage, das zu tun, was man am liebsten macht. Eine akademische Karriere ist aber auch sehr anspruchsvoll – kein &quot;9-to-5-Job&quot;. Und es kann nötig werden, persönliche Opfer zu erbringen. Man ist viel auf Reisen und auch immer wieder am Umsiedeln. Aber man erhält auch die Gelegenheit, verschiedene Ideen und Menschen kennenzulernen und junge Leute auszubilden.
<br /><strong>Kontakt:<br /></strong>Universität Zürich<br />Physik Institut<br />Winterthurerstrasse 190<br />CH-8057 Zurich
Tel: + 41 44 635 57 84<br />E-Mail <link canelli@physik.uzh.ch>canelli@physik.uzh.ch</link><br /><br /><br /><em>(Interview Dr. Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte MNF)</em>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/Physics.html" title="Physik">Physik</a></category>
			
			
			<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 13:49:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wild lebende Mäuse mit natürlichem Schutz gegen Borreliose</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/04/article/wild-lebende-maeuse-mit-natuerlichem-schutz-gegen.html</link>
			<description>Wie Menschen infizieren sich Mäuse mit Borrelien. Doch nicht alle Mäuse, die mit diesen Bakterien...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Frühjahrszeit ist Zeckenzeit. Die Borreliose ist die häufigste zeckenübertragene Krankheit in der Schweiz: Rund 10‘000 Menschen infizieren sich jährlich mit dem Krankheitserreger. Der eigentliche Wirt von Borrelien sind jedoch wildlebende Mäuse; gleich wie beim Menschen wird auch bei Mäusen der Erreger durch Zecken übertragen. Interessanterweise sind nicht alle Mäuse gleich anfällig auf das Bakterium, einzelne Tiere sind immun gegen den Erreger. Wissenschaftler der Universitäten Zürich und Lund zeigen unter der Leitung der Evolutionsbiologin Barbara Tschirren, dass die unterschiedliche Anfälligkeit der Tiere genetisch bedingt ist.
<strong>Schützende Genvariante<br /></strong>Tschirren und Kollegen untersuchten in einer gross angelegten Feldstudie wildlebende Mäuse auf eine Infektion mit Borrelien. Borrelia afzelii, so der wissenschaftliche Name des Bakteriums, nährt sich aus dem Mäuseblut. Die Forscher stellten fest, dass Mäuse, die eine bestimmte Variante des Antigen-Rezeptors TLR2 aufweisen, rund dreimal weniger anfällig auf Borrelien waren. Dazu Tschirren: «Das Immunsystem von Mäusen mit dieser Rezeptorvariante erkennt den Erreger besser und kann schneller eine Immunantwort geben, um die Borrelien frühzeitig zu vernichten.» Infizierte Mäuse haben unter Laborbedingungen ähnliche Krankheitssymptome wie Menschen – insbesondere Gelenkbeschwerden. In der freien Natur überleben infizierte Mäuse daher vermutlich nicht lange, geschwächte Tiere fallen innerhalb kurzer Zeit Füchsen und Raubvögeln zum Opfer. 
<strong>Wettrüsten zwischen Mäusen und Borrelien<br /></strong>Die schützende Genvariante ist vorteilhaft für ihre Träger und setzt sich gemäss den Forschern langsam in der Mäusepopulation durch. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass eines Tages sämtliche Mäuse gegen Borrelien resistent sein werden. «Die zunehmende Resistenz beim Wirt wird auf jeden Fall zu Anpassungen bei den Borrelien führen», prognostiziert Evolutionsbiologin Tschirren,&nbsp; «durch das Hochrüsten zwischen den Mäusen und dem Erreger können wir die evolutionäre Anpassung beobachten.» 
Auch Menschen haben den Antigen-Rezeptor TLR2, doch die bei den Mäusen beobachtete resistente Genvariante kommt nicht vor. Ob das evolutionäre Wettrüsten zwischen Mäusen und Borrelien für Menschen Konsequenzen haben wird, ist ungewiss. Gemäss Tschirren muss das Bakterium für den Menschen nicht zwingend aggressiver werden. 
<strong>Literatur:</strong> <br />Barbara Tschirren, Martin Andersson, Kristin Scherman, Helena Westerdahl, Peer R. E. Mittl, and Lars Råberg. Polymorphisms at the innate immune receptor TLR2 are associated with Borrelia infection in a wild rodent population. Proceedings of the Royal Society B, 20130364. April 3 , 2013. doi: 10.1098/rspb.2013.0364
<strong>Kontakt:<br /></strong>Prof. Barbara Tschirren<br />Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften<br />Universität Zürich<br />Tel. +41 44 635 47 77<br />E-Mail <link barbara.tschirren@ieu.uzh.ch>barbara.tschirren@ieu.uzh.ch</link><br /><br /><em>(Text Dr. Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte MNF)</em>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 10:35:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Der Pflasterzahnsaurier ist ein Europäer</title>
			<link>http://www.mnf.uzh.ch/news/detailansicht/archive/2013/04/article/der-pflasterzahnsaurier-ist-ein-europaeer.html</link>
			<description>Pflasterzahnsaurier gehörten zu den ersten Meeresreptilien. Mit ihren typischen Knackzähnen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Während rund 50 Millionen Jahren besiedelten Pflasterzahnsaurier die flachen, küstennahen Regionen des Tethys-Meeres. Auffälligstes Merkmal der Placodonten, wie diese Saurier auch genannt werden, war ihr Gebiss: Ihr Oberkiefer besass im Gaumen und auf dem Kieferknochen je eine Reihe plattenförmiger Zähne, während der Unterkiefer nur eine Zahnreihe aufwies – Zähne, ideal um Muscheln und Krustentiere zu zerbeissen.
Die Entstehung dieser Pflasterzahnsaurier war bis anhin nicht schlüssig geklärt. Ein neuer Fund aus einer 246 Millionen Jahre alten Sedimentschicht beleuchtet nun den Ursprung und die stammesgeschichtliche Entwicklung der Placodonten. Wie das schweizerisch-deutsche Team unter der Leitung von Torsten Scheyer, Paläontologe an der Universität Zürich zeigt, handelt es sich beim Schädelfund aus Winterswijk (NL) um die ursprünglichste Form aller bekannten Pflasterzahnsaurier. Das Jungtier lebte vor 246 Millionen Jahren. Sein rund zwei Zentimeter grosser Schädel ist sehr gut erhalten, und seine Merkmale heben ihn von den bisher bekannten Placodonten ab.&nbsp; 
<strong>Doppelte Zahnreihe mit spitzen Zähnen<br /></strong>Die bislang bekannten ursprünglichsten Placodonten besitzen die für die Gruppe charakteristische Doppelbezahnung im Oberkiefer und haben kugelförmige Zähne. Die namengebenden plattenförmigen Zähne treten erst bei den voll entwickelten Pflasterzahnsauriern auf. «Das Winterswijker-Exemplar hat im Unterschied zu allem bisher Bekannten keine plattenförmigen oder kugeligen Knackzähne, sondern eher kegelförmige, spitze Zähne», erläutert Scheyer den Befund, «so dass beim Zubeissen die spitzen Zähne des Unterkiefers präzise in den Raum zwischen Gaumen- und Oberkieferknochenzähnen griffen.»
Dass es sich beim neuen Fund tatsächlich um einen Placodonten handelt, belegt die für die Gruppe typische doppelte Zahnreihe im Oberkiefer. Gemäss den Forschern war das Gebiss von <em>Palatodonta bleekeri</em>, so der wissenschaftliche Name des Winterswijk-Exemplars, darauf spezialisiert, weiche Beutetiere fest zu halten und zu durchdringen. Dazu Scheyer: «Die Doppelbezahnung des Fundes kombiniert mit seinem hohen Alter lassen den Schluss zu, dass es sich um einen sehr ursprünglichen Placodonten handelt, aus dem sich dann die späteren Formen entwickelt haben.» Die Ausbildung der Knackzähne und die Spezialisierung auf eine Ernährung aus Muscheln und Krustentiere erfolgten folglich innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Pflasterzahnsaurier.
<strong>Entstehung in Europa sichergestellt</strong>&nbsp; <br />Der kleine <em>Palatodonta bleekeri</em>-Schädel wirft ein neues Licht auf die Debatte um das Entstehungsgebiet der Pflasterzahnsaurier: Die bisherigen Funde liessen sowohl eine Entstehung in den Schelfmeergebieten des heutigen Chinas als auch in Europa zu. Aufgrund des hohen Alters des niederländischen Fundes und seiner ursprünglichen Form gilt jetzt die europäische Entstehung der Pflasterzahnsaurier als gesichert. Scheyer und Kollegen hoffen auf weitere spannende Funde aus Winterswijk, um die Entwicklungsgeschichte der Placodonten weiter voran zu treiben.
<strong>Literatur:</strong> <br />James M. Neenan, Nicole Klein, Torsten M. Scheyer. European origin of placodont marine reptiles and the evolution of crushing dentition in Placodontia. Nature Communications. March 27, 2013. doi: 10.1038/ncomms2633
<strong>Kontakt:<br /></strong>Dr. Torsten M. Scheyer<br />Paläontologisches Institut und Museum<br />Universität Zürich<br />Tel. +41 44 635 23 22<br />E-Mail: <link tscheyer@pim.uzh.ch>tscheyer@pim.uzh.ch</link>]]></content:encoded>
			<category><a href="http://www.mnf.uzh.ch/news/category/Biology.html" title="Biologie">Biologie</a></category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 15:17:00 +0200</pubDate>
			
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