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06.06.2012 11:44

Dopingmittel Epo wirkt auch im Gehirn

Das Bluthormon Epo erhöht die sportliche Leistungsfähigkeit und ist deshalb bei internationalen Sportverbänden als unerlaubtes Dopingmittel gelistet. Forscher der Universität Zürich weisen nun im Tierexperiment nach, dass Epo schon kurz nach der Injektion direkt im Gehirn leistungssteigernd wirkt und nicht erst nach Tagen über die verbesserte Sauerstoffversorgung der Muskeln. Da Epo zudem die Motivation steigert, könnte es für die Behandlung von Depres-sionen nützlich sein.


Maus auf dem Laufband.

Therapeutisch wird Epo, das berühmt-berüchtigte Bluthormon, bei Blutarmut eingesetzt. Seinen grossen Bekanntheitsgrad verdankt das Medikament aber der Tatsache, dass es als unerlaubtes Dopingmittel von einigen Spitzensportlern immer wieder eingesetzt wird und so in die Schlagzeilen gerät: Epo führt zu einer Erhöhung der Anzahl roter Blutkörperchen und steigert so den Sauerstoffstofftransport zu den Muskeln. Dies führt zu den bekannten Leistungssteigerungen, die vor allem für Ausdauersportler wie Radrennfahrer oder Marathonläufern den entscheidenden Vorteil bringen können.

Schnelle Wirkung auf Leistungsbereitschaft
Max Gassmann, Veterinärphysiologe an der Universität Zürich, konnte in einer soeben publizierten Studie nachweisen, dass Epo nicht nur nach Tagen über die Erhöhung der roten Blutkörperchen, sondern kurz nach der Injektion auch im Gehirn die Leistungsbereitschaft drastisch steigert, ohne dass die Zahl der roten Blutkörperchen bereits zugenommen hätte.

Gassmanns Team testete die Leistungsbereitschaft von unterschiedlich behandelten Mäusen. Neben genetisch veränderten Mäusen, die in der Lage sind das menschliche Epo im Gehirn zu produzieren, wurden Mäuse untersucht, denen Epo ins Blut gespritzt wurde und das Hormon auf diesem Weg ins Gehirn gelangte. Beide Mausgruppen zeigten eine höhere Leistung auf dem Laufband im Vergleich zu unbehandelten Kontrolltieren. «Wir gehen davon aus, dass Epo im Gehirn einen Motivationsschub zur Erhöhung der körperlichen Leistung auslöst», erklärt Prof. Gassmann. Er und sein Team testen jetzt die leistungssteigernde Wirkung von Epo an freiwilligen Probanden.

Wahrscheinlich hat Epo auch Einfluss auf die Stimmung von Personen. Es könnte deshalb bei Patientinnen und Patienten eingesetzt werden, die an Depressionen leiden. Neueste Experimente einer deutsch-dänischen Forschungsgruppe haben gezeigt, dass Epo zudem auch den Zustand von an Schizophrenie leidenden Patienten lindern kann, indem es die geistigen Leistungen verbessert.  

(Text Dr. Calista Fischer, MNF der UZH)


Literatur:
Beat Schuler, Johannes Vogel, Beat Grenacher, Robert A. Jacobs, Margarete
Arras and Max Gassmann. Acute and chronic elevation of erythropoietin in the brain improves exer-cise performance in mice without inducing erythropoiesis. FASEB Journal.

Sponsoren:
Diese Arbeit wurde finanziell mitgetragen vom Zürcher Zentrum für Integrative Humanphysiologie (ZIHP), dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) sowie der Roche Foundation for Anemic Research (RoFAR).


Kontakte:
Prof. Max Gassmann
Institut für Veterinärphysiologie, Vetsuisse-Fakultät und Zürcher Zentrum für Integrative Humanphysi-ologie  (ZIHP)
Universität Zürich
Tel: +41 44 635 8803
E-Mail: maxg (at) access.uzh.ch


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