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16.04.2013 12:06

Neu an der MNF: Prof. Paul-Olivier Dehaye

Für SNF-Förderprofessor Paul-Olivier Dehaye war schon als kleiner Junge klar gewesen, dass er einmal Mathematiker werden würde. Dehay befasst sich mit Zahlentheorie, lebt mit seiner Partnerin und ist frischgebackener Vater eines Mädchens.


Zahlentheoretiker Paul-Olivier Dehaye stammt aus Belgien und studierte in Brüssel. Er kam über Stanford, Oxford und die ETH zur MNF der UZH:

"Ideen lassen sich nicht erzwingen." Paul-Olivier Dehaye

Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?
Paul-Olivier Dehaye (POD): Ich habe Mathematik immer schon geliebt und nie etwas anderes in Betracht gezogen. Es war für mich immer klar, dass ich Mathematiker werde.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
POD: Der Augenblick, wenn ich ein mathematisches Problem verstehe, wenn die einzelnen Teile anfangen zusammenzukommen, und ich beginne von der Lösung des Problem ein Konzept zu haben, ist extrem aufregend und befriedigend. Das sind wahrhaft grossartige Momente. Der Rest ist Arbeit.

Gab es in Ihrer Karriere Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?
POD: In der Mathematik erlebt man permanent Misserfolge und steht naturgemäss dauernd vor  Hindernissen. Alles, was man in solchen Situation tun kann, ist weitermachen. Und ja, es hilft, wenn man an mehreren Dingen gleichzeitig arbeitet: Ideen lassen sich nicht erzwingen. Wenn ich also an einem Problem im Moment nicht weiterkomme, kann ich in anderen Bereichen sehr produktiv sein, z.B. indem ich eine Gesuch oder einen Report schreibe. Auf diese Weise vergeude ich keine Zeit.

Wer hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? Wer im privaten Bereich?
POD: Viele, viele Menschen hatten mich unterstützt. Speziell meine Familie und meine Freunde hatten stets bedingungsloses Vertrauen in mich – sie hatten oft grösseres Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten als ich selbst. Für sie waren meine Karriereschritte einfach nur selbstverständlich.

Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche?
POD: Nein, auf jeden Fall keine einzelne Person. Aber es gibt viele Menschen, die ich für die Breite ihres Wissens bewundere. Sie mögen fünfzig oder sechzig Jahre alt sein, und sie sind weit davon entfernt, es in der Mathematik gemütlicher zu nehmen. Einige dieser Mathematiker fangen sogar an, völlig neue Themen erfolgreich zu bearbeiten. Ich kenne einen Mathematiker, der über achtzig Jahre alt ist und immer noch hochstehende Mathematik betreibt. 

Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?
POD: Mit der Geburt unserer Tochter vor einigen Wochen ist meine Work-Life-Balance definitiv etwas aus der Balance geraten. Ich versuche momentan nur während der offiziellen Bürozeiten zu arbeiten, um so oft als möglich mit meiner Partnerin und meinem Kind zu sein. Seit ich in der Schweiz lebe, liebe ich Wintersport, speziell Snowboarding – das ist es doch, wozu die Berge da sind, nicht wahr?

Welche Tipps geben Sie Jungforschenden, die eine akademische Karriere ins Auge fassen, auf den Weg?
POD: Nun, meine Antwort hängt ganz klar von dem Studenten, der Studentin ab, der bzw. die die Frage stellt. Generell denke ich, dass der Übergang von der Doktoratsstufe zum Postdoc die anspruchsvollste und unsicherste Phase in der Karriere ist. Diese Phase entzieht sich der eigenen Kontrolle. Aus diesem Grund sollte man die wissenschaftlichen Reaktionen auf seine Papers sehr genau beurteilen. Und ja: Die Vorstellung von ungünstigen Szenarien übersteigt die tatsächliche Realität bei weitem.

Kontakt:
Universität Zürich
Institut für Mathematik
Winterthurerstr. 190
CH-8057 Zürich

Tel: +41 44 635 58 46
E-Mail:paul-olivier.dehaye@math.uzh.ch


(Interview: Dr. Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte MNF, UZH)


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