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26.08.2013 14:18

Neu an MeF und MNF: Prof. Andrew Hall

Andrew Hall ist Assistenzprofessor an der Medizinischen und der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät und erforscht im Rahmen des NCCR Kidney-Programms mitochondriale Defekte bei Nierenkrankheiten. Hall ist verheiratet und frischgebackener Vater einer kleinen Tochter.


"In der Wissenschaft gilt: Erwarte immer das Unerwartete," Andrew Hall. 

Wissenschaftliche Arbeit versus andere Berufstätigkeit: Weshalb haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?
Andrew Hall (AH): Von meiner Ausbildung her bin ich Arzt. Als behandelnder Arzt ist man aber immer durch die Begrenztheit des aktuellen Wissens beschränkt. Wissen lässt sich nur durch Forschung vergrössern -  deshalb bin ich in die Forschung zurückgekehrt.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
AH: Die grosse Bandbreite und Abwechslung sind faszinierend – keine zwei Tage sind jemals gleich. Es gibt immer wieder neue Probleme, Fragen und Durchbrüche. Bildgebende Verfahren – sie  bilden den Hauptfokus meines Labors – gefallen mir besonders. Mit bildgebenden Verfahren kann man sozusagen in Echtzeit sehen, ob ein Experiment funktioniert oder nicht.

Gab es in Ihrer Karriere Durststrecken oder Misserfolge? Wie überwanden Sie diese?AH: Zeiten, in denen Dinge nicht laufen wie sie sollen oder Experimente, die nicht die erwarteten Antworten geben, kennt jeder Wissenschaftler. In solchen Situationen sollte man sich stets fragen: Weshalb verläuft das Experiment nicht so, wie ich es erwartet habe? Während einer Durststrecke muss man hart arbeiten, aber wohlgemerkt in einer ergebnisoffenen und effizienten Art. Es nützt überhaupt nichts, wenn man das gleiche Experiment dauernd wiederholt, bloss weil man das Resultat nicht versteht. Und ja, es nützt tatsächlich, wenn man andere Leute um Rat bittet.
 
Wer hat Sie in Ihrem beruflichen Umfeld am stärksten unterstützt? Wer im privaten Bereich?
AH: Meine beiden Doktorats-Supervisoren waren sehr gute Mentoren. Sie geben mir auch heute noch Anregungen. Ausserhalb der Arbeit ist meine Frau eine grosse Unterstützung: Sie war bereit nach Zürich zu übersiedeln, obschon sie zu diesem Zeitpunkt hochschwanger war.

Hatten Sie Vorbilder, die Ihren Werdegang beeinflusst haben? Welche?
AH: Ich habe verschiedene Dinge von verschiedenen Leuten zu unterschiedlichen Zeitpunkten innerhalb meiner Laufbahn gelernt. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen – man kann von beiden lernen. Wie bei vielen anderen Karrieren geht es auch in der Wissenschaft darum, mit anderen Menschen konstruktiv umzugehen und wie man die Beziehungen mit ihnen gestaltet.
 
Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?
AH: Zugegeben, in der akademischen Medizin ist es nicht ganz einfach, so etwas wie eine Work-Life-Balance zu haben. Wenn man obendrein noch frischgebackener Vater einer kleinen Tochter ist, muss man sich schon sehr gut organisieren. In der Medizin und den Naturwissenschaften nehmen die Vorschriften und die Bürokratie immer mehr überhand. Wenn man in beiden Bereichen arbeitet, verdoppelt sich der ganze bürokratische Aufwand. Wir sollten wirklich aufpassen, dass wir damit nicht künftige Generationen von klinischen Forschern abschrecken.

Welche Tipps geben Sie Jungforschenden, die eine akademische Karriere ins Auge fassen, auf den Weg?
AH: Einfach ein kompetenter Forscher zu sein, reicht nicht mehr. Es braucht noch andere Fähigkeiten: Man muss Ressourcen und Menschen optimal einsetzen können, ein guter Lehrer sein, den Dialog mit der Öffentlichkeit pflegen und noch vieles mehr. Wenn man kein Naturtalent in diesen Dingen ist, sollte man sie von Grund auf lernen. Bei Experimenten sollte man seine Resultate sehr sorgfältig ansehen – speziell dann, wenn sie nicht so ausgefallen sind, wie man es erwartet hat. Unerwartete Resultate können weitaus Interessanteres beantworten, als die ursprünglich gestellte Frage.

Kontakt:
Anatomisches Institut
Universität Zürich
Winterthurerstr. 190
CH-8057 Zürich

Tel. +41 44 635 52 25
E-Mail andrew.hall (at) uzh.ch

(Interview: Dr. Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte MNF der Universität Zürich)


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