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04.02.2014 11:38

Attraktive Tour-Radrennfahrer sind leistungsfähiger

Gibt es bei Männern einen Zusammenhang zwischen Attraktivität und körperlicher Leistungsfähigkeit? Eine kürzlich von einem Evolutionsbiologen der Universität Zürich durchgeführte Studie belegt dies anhand professioneller Radrennfahrer, die die der Tour de France 2012 erfolgreich absolvierten. Insbesondere Frauen, die keine hormonelle Empfängnisverhütung betreiben, fanden leistungsfähigere Männer besonders attraktiv.


Tour de France Fahrer Moinard: Der attraktivste Fahrer.

Tierweibchen sind bekanntermassen anspruchsvoll, wenn es um die Wahl ihrer Sexualpartner geht: Anhand von äusseren Merkmalen wie z.B. der Geweihgrösse oder des Federkleides sind sie in der Lage, potenzielle Sexualpartner zuverlässig auf ihre Eignung als Väter oder hinsichtlich ihrer Genqualität einzuschätzen. Erik Postma, Evolutionsbiologe an der Universität Zürich, wollte jetzt wissen, ob auc Menschen in der Lage sind, anhand des Gesichtes unbewusst die körperliche Leistungsfähigkeit eines Mannes abzuschätzen. Dabei machte er, wie aus einem kürzlich in den Biology Letters publizierten Artikel hervorgeht, die interessante Entdeckung, dass es bei Männern tatsächlich eine Korrelation zwischen Attraktivität und körperlichen Leistungsfähigkeit gibt.

Ausdauer als evolutionärer Schlüsselfaktor
In der menschlichen Entwicklungsgeschichte hingen Jagderfolg und damit die Eiweissversorgung der Familie von der Fähigkeit ab, Jagdwild über Stunden und Tage verfolgen zu können. «Ausdauer und physische Leistungsfähigkeit waren bei Männern von Anfang an evolutionäre Schlüsselfaktoren gewesen», erklärt Postma. Der junge Forscher entwickelte die These, dass sich die Auffassung, was Menschen bei Männergesichtern als attraktiv empfinden, im Zusammenhang mit ihrer physischen Leistungsfähigkeit entwickelt hatte. Sollte die These zutreffen, Leistungsfähigkeit geben, müssten die von Frauen als attraktiv empfundenen Männer körperlich besonders leistungsfähig sein.

Attraktive Tour-Radrennfahrer sind schneller
Für seine Studie fand der Wissenschaftler in den erfolgreichen Teilnehmern der Tour de France 2012  eine ideale Kohorte, um seine These zu überprüfen. «Die Tour de France ist eines der härtesten Rennen und der ultimative Härtetest punkto Ausdauer und Leistungsfähigkeit», erklärt Postma die Wahl seiner Männer.  Er liess über 800 Frauen und Männer die Portraits von achtzig ihnen nicht bekannten Tour de France Absolventen punkto Attraktivität beurteilen. Die körperliche Leistungsfähigkeit des einzelnen Fahrers bestimmte Postma anhand der gefahrenen Zeiten in drei Zeitfahren und des Gesamtrennens. Anschliessend stellte er die gefahrenen Zeiten den Einschätzungen der Testpersonen gegenüber. Die Auswertung der Daten zeigt eine klare Korrelation zwischen körperlicher Performance und Attraktivität. Fahrer, die von den Testpersonen als attraktiver eingestuft wurden, zeigten im Rennen eine grössere Leistung. «Attraktive Fahrer sind somit schneller», fasst Postma zusammen.

Der Zusammenhang zwischen Attraktivität und körperlicher Leistungsfähigkeit zeigte sich am deutlichsten bei Frauen, die keine hormonelle Empfängnisverhütung betreiben: Diese Frauen empfanden jene Männer als besonders attraktiv, die im Rennen effektiv gut abschnitten und damit körperlich besonders leistungsfähig waren. Bei Frauen, die die Pille nahmen, und Männern war die Präferenz für schnelle Fahrer hingegen weniger stark ausgeprägt.

Lit.
E. Postma, A relationship between attractivness and performance in professional cyclists. Biol. Letters 20130966, DOI http://dx.doi.org/10.1098/rsbl.2013.0966


Kontakt:
Dr. Erik Postma
Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften
Universität Zürich
Winterthurerstr. 190
CH-8057 Zürich

Tel. +41 44 635 49 73

(Text: Dr. Calista Fischer, Kommunikationsverantwortliche MNF der UZH)


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