Entstehung von rätselhaften Strukturen im antarktischen und grönländischen Eisschild geklärt

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Radarmessungen enthüllten rätselhafte federförmige Strukturen im Innern des grönländischen Eisschilds. Simulationen zeigen, wie diese Schichten entstehen.

Bis zu einem Kilometer dick und einige zehn Kilometer lang können die federförmigen Schichtstrukturen im Innern des Eisschildes werden. Ein Team von Forschenden der Universität Zürich, CH, und des British Antarctic Survey, UK, konnte jetzt mithilfe von Computersimulationen zeigen, dass diese Strukturen durch Anfrieren von frei fliessendem Wasser am Grunde des Eisschildes entstehen. Ihre Form und Grösse hängen vom Zusammenspiel des Eisflusses und der Geschwindigkeit des Anfrierens ab. So führt beispielsweise ein geringer Eisfluss mit langsamem Anfrieren zu hochwachsenden, imposanten «Iceplumes».

Wichtig für die Interpretation von Eisbohrkernen

Eisschilde – riesige Gletscher mit Ausdehnungen von über 50‘000 Quadratkilometern - wachsen primär durch die Akkumulation von Niederschlag, der im Lauf der Zeit zu Eis wird. Diese Studie zeigt nun aber, dass Eisschilde speziell bei einer gebirgigen Geländetopographie auch von unten wachsen können. 

Die neuen Erkenntnisse sind zentral für die korrekte Interpretation von Eisbohrkernen als Klima-Archive: Altes Eis wird von der Basis her nach oben gedrückt und wird so vor dem Schmelzen geschützt. Anders sieht es am Rand der «Iceplumes» aus. Dort wird das alte Eis gefaltet - entsprechend gestört ist das Klima-Archiv in diesen Bereichen. 

Publikation

Basal freeze-on generates complex ice-sheet stratigraphy’ von Gwendolyn Leysinger Vieli, Carlos Martín, Richard C.A. Hindmarsh & Martin Lüthi wurde in Nature Communications publiziert. DOI: 10.1038/s41467-018-07083-3
 

Kontakt

Dr. Gwendolyn Leysinger Vieli
Senior Researcher
Universität Zürich
Geographisches Institut
Telephon +41 44 635 52 19, +41 76 713 30 08
gwendolyn.leysinger@geo.uzh.ch

Calista Fischer

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